Titel: Hänle's Maschinen- und Wagenschmiere.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XCV./Miszelle 9 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085095_9

Hänle's Maschinen- und Wagenschmiere.

Im Frankfurter Gewerbsfreund findet sich die Beschreibung einer Maschinen- und Wagenschmiere, deren ich mich schon seit 20 Jahren bediene und die sich durch ihre Zwekmäßigkeit sehr empfohlen hat. Vielfältige praktische Versuche haben ihren Nuzen bewährt, so kann z.B. ein Wagen, wenn er schon drei- bis viermal damit geschmiert ist, so daß alle Theile der Büchse gleichförmig damit belegt sind, wodurch eine Spiegelglätte entsteht, nach einem frischen Beschmieren sechs Wochen lang täglich gefahren werden, ohne daß man nöthig hat, danach zu sehen, was besonders für Reisen sehr empfehlenswerth ist. Bei Spindeln und anderem Maschinenwerk vermehrt sie die Kraft, weil durch sie eine große Glatte auf der Oberfläche der sich reibenden Theile entsteht und dadurch das Hinderniß der Reibung zum großen Theil vermindert wird.

Eine Hauptbedingung bei der Bereitung derselben besteht in der Darstellung eines sehr fein zertheilten Graphits. Es wird hiezu der feinste spanische oder böhmische angewendet, der mechanisch von der Gangart befreit, gepocht, auf einer Mühle mit etwas Wasserzusaz aufs Feinste gemahlen und mit der Vorsicht geschlämmt wird, daß man ihn durch ein feines Haarsieb laufen läßt, wodurch zähe und leichtere Substanzen aufgefangen und entfernt werden können. Die fein geschlämmten Theile läßt man absezen, gießt das überstehende Wasser ab und bringt den Saz auf ausgespannte Leinentücher, preßt aus, nachdem das Wasser nicht mehr abtropft, und troknet auf Brettern. Dieser so zu bereitete Graphit hat sich durch Troknen zusammengeballt und muß vor der Anwendung wieder zerrieben und durch ein feines Sieb getrieben werden. 4 Theile davon mit 25 Theilen zerlassenem Talg und einem Theil Klauenfett vermittelst einer Keule auf das Sorgfältigste gemischt, damit keine Knollen entstehen, bilden dann die Schmiere.

Dieses Verhältniß ist in oben angegebener Schrift enthalten und stimmt nicht mit dem meinigen überein, denn es befinden sich hier auf 26 Theilen Fett nur 4 Th. Graphit, während in dem meinigen auf 24 Th. des ersteren 12 Th. des lezteren kommen, nämlich auf 12 Th. Graphit 16 Th. Schweineschmalz und 8 Th. Talg. Da nun diese Mischung sich seit 20 Jahren bewährt hat, so glaube ich, solche hier nicht vorenthalten zu dürfen. (Mittheil. des Gewerbvereins in Lahr.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: