Titel: Ueber die Bereitung des holzsauren Eisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. CXII./Miszelle 4 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085112_4

Ueber die Bereitung des holzsauren Eisens.

Diese vielfältig angewendete Eisenbeize wird gewöhnlich dadurch dargestellt, daß man einmal für sich destillirten Holzessig auf altes Eisen gießt und beide so lange mit einander in Berührung läßt, bis die Säure möglichst viel Eisen aufgelöst hat. Da dieß nur durch Vermittelung des Sauerstoffs der Luft möglich ist, so gehört dazu eine sehr lange Zeit, und es ist wünschenswerth, eine bessere Darstellungsweise zu kennen.

Runge empfiehlt im II. Band seiner „Farbenchemie“ folgende, welche sich auf eine bekannte Methode Bleizuker zu bereiten, gründet: Acht flache hölzerne Gefäße werden mit altem Eisen gefüllt und treppenartig über einander gestellt, so daß die Flüssigkeiten aus dem einen in das andere gezapft werden können. Das oberste Gefäß wird nun mit Holzsäure gefüllt und diese nach 1/2 Stunde in das zunächststehende abgelassen. Wiederum nach 1/2 Stunde kommt die Säure ins dritte Gefäß, endlich ins vierte und so fort bis zum achten. Hiemit ist nun die Vorbereitung zur Fabrication des holzsauren Eisens geschehen. Das mit Holzsäure befeuchtete Eisen hat während der Zeit, daß die Gefäße leer waren, so viel Sauerstoff aufgenommen, daß sich, wenn man nun die Säure aus dem untersten Gefäß zum zweitenmal ins erste bringt, auf der Stelle eine Eisenauflösung bildet, die wiederum alle Gefäße passirend, so stark wird, als man sie auf keinem andern Wege erhalten kann. – Der Hauptvortheil dieser Verfahrungsart besteht erstens im Zeitgewinn, da ein mit Säure befeuchtetes Eisen sehr schnell Sauerstoff aufnimmt oder rostet, und dann, daß man so arbeiten kann, daß die Säure, welche in das oberste Gefäß gegossen wird und nach und |465| nach alle anderen Gefäße passirt, von dem lezten als möglichst gesättigte Eisenauflösung abgezapft wird, so daß man nicht nöthig hat, diese noch einmal denselben Kreislauf machen zu lassen.

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