Titel: Fettfleken aus Seidenzeugen vollständig zu entfernen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. CXII./Miszelle 5 (S. 465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085112_5

Fettfleken aus Seidenzeugen vollständig zu entfernen.

Die gewöhnliche Methode Fettfleke aus Seidenzeugen zu entfernen, besteht darin, daß man das Fett oder Oehl durch Abreiben mittelst mit Terpenthinöhl getränktem Fließpapier entfernt, oder den Flek mit einem Brei aus Pfeifenerde und Wasser bedekt, die trokene Masse alsdann einige Zeit mit einem heißen Bügeleisen beschwert, wieder abreibt und dieses wiederholt, bis der Flek verschwunden ist. Ersteres hat die Unannehmlichkeit, daß das Terpenthinöhl, abgesehen von dem vielen Personen sehr unangenehmen Geruch, wenn es nicht völlig rein, d.h. nicht durch wiederholte Destillation mit Wasser von jeder Spur des durch Oxydation an der Luft entstehenden Harzes befreit ist, nach dem Verflüchtigen selbst einen oft sehr bemerkbaren Harzflek zurükläßt und daher nochmaliges Nachwaschen mit starkem Weingeist nöthig macht und außerdem difficile Farben leicht verändert; lezteres gibt nur bei öfterem Wiederholen ein günstiges Resultat und ist daher langweilig. – Als sehr einfach und keineswegs kostspielig läßt sich dagegen folgendes Verfahren empfehlen.

Man umgibt den Flek mittelst eines feinen Haarpinsels mit einem nicht zu schmalen Rande von einer verdünnten Auflösung von arabischem Gummi in Wasser (1 Theil Gummi auf 16 Th. Wasser), läßt denselben austroknen und wäscht hierauf das Fett oder Oehl mit reinem Schwefeläther aus, was am besten ohne einen zu großen Verlust von Aether gelingt, wenn man sich dazu eines kleinen feinen Schwämmchens bedient. Der Aether verflüchtigt sich fast augenbliklich wieder, und findet man, daß noch Spuren von Fettsubstanz zurükgeblieben sind, so ist höchstens ein nochmaliges Auswaschen mit Aether erforderlich, um die lezten Antheile desselben zu entfernen. Die um den Fleken gezogene Gummilage, welche, da Gummi im Aether völlig unlöslich ist, die Verbreitung des fett- oder öhlhaltigen Aethers vollständig verhindert, wird alsdann mit lauem Wasser sehr leicht wieder weggenommen. Die einzige Vorsicht, welche dieses Verfahren erheischt, ist, daß man die Verbreitung der Aetherlösung über den Gummirand vorsichtig vermeidet und keinen säurehaltigen Aether anwendet, da dieser sehr leicht zerstörend auf die Farben, namentlich grüne Kupferfarben, einwirkt und die Entstehung eines Fleks zur Folge hat. (Monatsblatt des hess. Gewerbv.)

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