Titel: Nickel's Felchtmaschine.
Autor: Nickels, Christopher
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. IV. (S. 10–12)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/ar086004

IV. Verbesserungen an Flechtmaschinen, worauf sich Christopher Nickels, Fabrikant in York-road, Lambeth, in der Grafschaft Surrey, zufolge einer Mittheilung am 21. April 1838 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. April 1842, S. 178.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Vorliegende Erfindung bezieht sich auf gewisse Verbesserungen an Flechtmaschinen, wobei vier oder mehrere elastische und unelastische Fäden der Länge nach in einerlei Ebene liegend, in die Maschine geleitet und von anderen Fäden, an deren Bewegungen sie keinen Theil haben, umflochten werden.

Fig. 32 liefert den Durchschnitt einer rotirenden Scheibe und einer Flechtspule; Fig. 33 die Seitenansicht einer Flechtmaschine mit 8 rotirenden Scheiben und 17 Flechtspulen; Fig. 34 den Grundriß derselben. a, a ist die rotirende Scheibe, welche wie bei anderen Flechtmaschinen eingerichtet und mit Einschnitten zur Aufnahme der Spindeln der Flechtspulen versehen ist. Diese Scheibe a dreht sich auf einer hohlen, bei b' an das Maschinengestell geschraubten Spindel b. Durch die Röhre b geht der Faden aus Kautschuk, Baumwolle oder anderem passenden Materiale, welches einen der elastischen oder unelastischen Längenfäden des Materials bilden soll. Der obere Theil der Röhre b erhebt sich in eine solche Lage zwischen den Flechtfäden, daß diese bei ihrer schlangenförmigen Bewegung von einem Sahlbande des Fabricates zum anderen unter und über den Längenfäden hinweggehen und auf diese Weise die Längenfäden mit in das Fabricat verflechten. Leztere bilden also die Länge des Geflechts, während die Flechtfäden den Ueberzug bilden. Die Dichtigkeit des Ueberzugs hängt von der relativen Geschwindigkeit ab, unter welcher die Arbeit in die Höhe geht, in Vergleich mit derjenigen, unter welcher die Flechtspulen von Sahlband zu Sahlband sich bewegen.

Die Spindeln der Flechtspulen sind, wie gewöhnlich, Röhren, um das Mittel an die Hand zu geben, die Maschine einzustellen, wenn ein Faden reißen sollte, und um zugleich den Faden an allen Stellen der rotirenden Scheiben in der geeigneten Spannung erhalten zu können.

Die Bewegung wird auf folgende Weise der Maschine mitgetheilt. Ein endloser, von einer Dampfmaschine oder einer anderen Triebkraft aus in Tätigkeit gesezter Riemen c treibt die an der |11| Achse e sizende Rolle d. Diese Achse e theilt die Bewegung vermittelst des in das Stirnrad h greifenden Stirnrades f der Achse g mit; an dem oberen Theile der lezteren befindet sich ein Stirnrad i, welches mit einem der an den rotirenden Scheiben sizenden Stirnräder j im Eingriffe steht. Diese Stirnräder j greifen alle in einander und werden daher nach entgegengesezten Richtungen umgetrieben. In Folge ihrer Umdrehungen gehen die Spindeln der Flechtspulen von einer rotirenden Scheibe auf die nächstfolgende über, wobei ihnen die Führer l, l die nöthige Richtung anweisen. Die Walze m nimmt das fertige Fabricat auf; sie empfängt ihre Bewegung von einem der Räder j aus, welches in das an einer verticalen Achse befindliche Rad n greift. An der hinteren Seite der Maschine befindet sich, mit dem Rade n an einerlei Achse sizend, ein Rad o, welches in ein anderes Rad p greift; eine an der Spindel dieses Rades befindliche Schraube ohne Ende greift in das Rad q und sezt dadurch die Walze m in Umdrehung.

Sollte einer der Flechtfäden reißen, so fällt das in der hohlen Spindel der Spule befindliche Stängelchen herab und stößt, wenn es an der Vorderseite der Maschine anlangt, gegen einen Vorsprung r, die Stange s wird von der Rolle t ausgelöst, die Treibachse fällt gegen die hintere Seite der Maschine zurük und ihr Stirnrad kommt außer Eingriff.

Mit der in Rede stehenden Maschine lassen sich acht Kautschukfäden einschließen und von den Flechtspulen aus überflechten; man kann sich hiezu übersponnener oder unübersponnener Kautschukfäden bedienen. Die Kautschukfäden, welche die Längenfäden bilden sollen, sind auf Spulen zu wikeln, wobei jedoch Sorge zu tragen ist, die Spulen gleichmäßig zu belasten, damit alle Fäden unter gleicher Spannung ins Fabricat eingeflochten werden.

Durch die hohle Spindel jeder rotirenden Scheibe geht ein Kautschukfaden in die Höhe, die Flechtfäden mit den Kautschukfäden werden gesammelt und über die Drahtführung nach der Walze m geleitet.

Sollte man es wünschen, ein Fabricat mit weniger Kautschukfäden, jedoch mit derjenigen Breite herzustellen, welche gewöhnlich die 8 rotirenden Scheiben produciren, so braucht man nur einen Theil der hohlen Spindeln der Scheiben mit Kautschukfäden zu versehen, die übrigen aber leer zu lassen. Auf diese Weise läßt sich jeder beliebige Grad der Elasticität erzielen, indem die Fäden derjenigen Spulen, an denen keine Kautschukfäden sich vorfinden, ein einfaches Geflecht erzeugen. Will man ferner die Elasticität des Fabricates mehr in Schranken halten, so kann man einige hohle Spindeln mit |12| Kautschukfäden, andere mit Baumwollen- oder Seidenfäden u. dergl. versehen. Hiedurch erlangt das Fabricat die Elasticität des Kautschuks, ohne daß jedoch diese Elasticität gewisse Gränzen überschreiten kann. Auf diese Weise liefert obige Maschine ein gutes Fabricat, wenn man durch die hohle Spindel der ersten rotirenden Scheibe einen Baumwollenfaden oder dergl., durch die zweite einen Kautschukfaden zieht und so abwechselt.

Die durch die rotirenden Scheiben gehenden Fäden müssen, sie mögen elastisch oder unelastisch seyn, alle der Länge nach und in einer und derselben Ebene liegend in das Fabricat eingeflochten werden. Die auf der beschriebenen Maschine verfertigten Geflechte, bei denen Kautschukfäden der Länge nach angeordnet sind, müssen noch mit einem heißen Eisen behandelt werden.

Fig. 35 liefert den Grundriß einer anderen Flechtmaschine, welche sich von der oben beschriebenen insofern unterscheidet, als bei jener Maschine die Spulen von einem Sahlband zum anderen hin- und hergehen, während bei diesem Apparate die Anordnung so getroffen ist, daß die Spulen beständig im Kreise herumgehen, und somit einen hohlen geflochtenen Cylinder erzeugen; auch können durch die hohlen Achsen der rotirenden Scheiben der Länge nach Fäden gezogen werden. Von andern Flechtmaschinen unterscheidet sich diese Maschine nur insofern, als man mit derselben im Stande ist, solche Längenfäden mit in das Fabricat einzuflechten. Wenn man will, kann man auch die Röhre über eine Schnur oder eine Quantität Fäden flechten; in dieser Gestalt gleicht alsdann der Apparat einer gewöhnlichen Maschine zum Ueberflechten, nur daß man mit demselben noch im Stande ist, Längenfäden mit einzuflechten.

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