Titel: Poole's Verbesserungen an Feuergewehren.
Autor: Poole, Moses
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. LXIX. (S. 324–328)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/ar086069

LXIX. Verbesserungen an Feuergewehren, worauf sich Moses Poole, im Lincoln's Inn in der Grafschaft Middlesex, am 14. Okt. 1841 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Jul. 1842, S. 4.

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Vorliegende Verbesserungen beziehen sich 1) auf eine Constructionsmethode der Feuergewehre mit drehbaren Schwanzschrauben in der Art, daß beim Anziehen des Drükers das Gewehr losgeht und beim Loslassen des Drükers die Schwanzschraube sich dreht und einen neuen Lauf in die Schußlage bringt, während die übrigen Theile in ihre ursprüngliche Lage zurükkehren; 2) auf eine Constructionsmethode der Feuergewehre mit rotirenden Schwanzschrauben, wobei der Hahn oder Hammer ganz weggelassen ist, indem jedesmal die Warze mit dem aufgestekten Zündhütchen mit einem beweglichen Aufhälter in Berührung gebracht wird, wodurch das Zündhütchen explodirt und das Gewehr losgeht. Der Vortheil einer solchen Einrichtung liegt darin, daß das Gewehr, wenn es vollständig geladen ist, so viel Schüsse gibt, als die Schwanzschraube Läufe enthält, ohne daß man das Gewehr aus dem Anschlag zu bringen braucht.

Fig. 26 ist die Seitenansicht eines Theils des Gewehrs mit einigen Theilen desselben.

Fig. 27 stellt eine Endansicht der rotirenden Schwanzschraube dar, um von der Lage der Warzen in Beziehung auf den Lauf und den Aufhälter, gegen den sie anschlagen, einen Begriff zu geben. In diesen Figuren sind gleiche Theile mit gleichen Buchstaben bezeichnet. A ist die rotirende Schwanzschraube mit ihren Läufen; B die Warze; C der bewegliche Aufhälter, welcher den Schlag der Warze auffängt und sich um eine Achse C' dreht; D ein Gelenk, welches den Hals E mit dem Aufhälter C verbindet. Der Hals E ist an den Cylinder G befestigt, ohne jedoch seiner Drehung im Wege zu stehen. Der Cylinder G enthält eine Spiralfeder. H ist eine Feder, welche den Mechanismus in die in der Abbildung bezeichnete Lage zurükbringt, wenn er durch Anziehen des Drükers vorwärts geschoben worden ist. I ist ein Rad mit einer der Anzahl der drehbaren Läufe gleichen Zähnezahl; dieses Rad hindert den Cylinder G sich zu drehen, indem es stets mit demselben verbunden ist. K ist ein |325| Aufhaltstük, welches die Drehung des ganzen Mechanismus hindert; L eine kleine Feder, die den Aufhälter K in der geeigneten Lage erhält, um das Rad I zu hindern, sich nach derjenigen Richtung zu drehen, welche die in dem Cylinder befindliche Spiralfeder aufrollen würde; nach der entgegengesezten Richtung jedoch gestattet jene Feder die Drehung des Rades, damit der Aufhälter K verhüte, daß die Spiralfeder zurükgezogen werde. Die Art und Weise, wie das ganze System in Wirksamkeit gesezt wird, ist folgende. Durch Anziehen des Drükers wird der Cylinder G und mit diesem der Hals E vorwärts geschoben; dieser dreht mit Hülfe des Verbindungsstükes D den Aufhälter C und bringt ihn über die Warze, von der er den Stoß empfängt. Wenn sich das Rad I weit genug bewegt hat, um dem Aufhälter K zu entweichen, so dreht sich der Cylinder herum, und das Gewehr entladet sich. Indem man nun den Drüker losläßt, wird der ganze Mechanismus durch die Feder H, die während der vorhergehenden Wirkung im zusammengepreßten Zustande sich befand, in seine Lage zurükgebracht und das Gewehr wieder in schußfertigen Zustand versezt. So oft das Gewehr losgefeuert wird, rollt sich die Feder je nach der Anzahl der Läufe natürlich nur 1/5 oder 1/6 einer Umdrehung auf. Ich gehe nun zur Beschreibung derjenigen Anordnung über, bei welcher ein gegen die Warze schlagender Hahn angewendet wird.

Die Figuren 28 und 29 liefern Ansichten eines Theils eines Gewehres. A ist die Schloßplatte; B der Hahn; C ein mit dem Hahn verbundener Hebel; ein an diesem Hebel befindlicher Theil D wirkt auf ein Rad und ein Schwanzstük E, auf welches eine Feder G drükt. E bildet das Widerlager des Hebels. Nach der Entladung des Gewehrs hebt die Feder G den Hahn. H ist der Cylinder oder das Gehäuse mit der Spiralfeder. Ein an dem Cylinder H befestigtes Rad verhindert dessen Drehung. K ist ein Aufhälter, welcher die Drehung des Rades I und mithin des ganzen Mechanismus hindert. L ist eine kleine Feder mit dem in Bezug auf Fig. 26 beschriebenen Zweke. M ist die Feder, um den Mechanismus nach dem Abfeuern des Gewehrs in seine erste Lage zurükzubringen. N ein Aufhälter, welcher die Bewegung des Hebels C und mithin das Aufziehen des Hahns in Gränzen weist. In Folge des Drukes gegen den Drüker bewegt sich der Cylinder und mit ihm das Rad I vorwärts; sobald nun das leztere an dem Aufhälter K vorüber gegangen ist, wird es frei und dreht sich; im Drehen nimmt es den Theil D des Hebels C mit, worauf der Hahn auf die Warze fällt, die so angebracht ist, daß sie den Stoß auffängt und auf diese Weise das Gewehr entladet; dieselbe Bewegung der Spiralfeder sezt die Schwanzschraube |326| in Umdrehung und veranlaßt den Hahn auf die Warze nieder zu sinken. Die Feder drängt darauf das Rad I zurük, welches in den Aufhälter K greift; zugleich läßt dasselbe den Theil D des Hebels los, dieser wird dadurch frei und die Feder G bringt ihn wieder in die schußfertige Lage zurük. Bei dieser Anordnung windet sich die Spiralfeder nur um 1/4, 1/5 oder 1/6 los, je nach der beabsichtigten Anzahl von Schüssen. Um die Spiralfeder des Gehäuses aufzuziehen, braucht man nur die Schwanzschraube entweder aus freier Hand oder mit einem Schlüssel in der geeigneten Richtung umzudrehen; der Aufhälter K thut der Bewegung des Rades I keinen Eintrag.

Die Figuren 30, 31 und 32 zeigen eine andere Anordnung, wobei die Spiralfeder das Niedersteigen des Hahns veranlaßt, darauf die rotirende Schwanzschraube dreht und den Hahn wieder aufzieht. A sind die Seiten des das Schloß einschließenden Gehäuses; B ist die Platte; C der Hahn; D der Cylinder, welcher die Spiralfeder enthält; E ein an dem Cylinder befestigtes Rad, welches auf den Hahn wirkt und sein Niedersteigen veranlaßt; F ein Rad, um den Hahn nach dem Abfeuern des Gewehrs wieder aufzuziehen und zugleich die Schwanzschraube zu drehen; dieses Rad läßt sich von dem Cylinder D unabhängig drehen; die Spiralfeder theilt ihre Bewegung vermittelst eines in Fig. 39 sichtbaren Theiles mit, an den sie mit ihrem einen Ende befestigt ist. G ist die Feder, welche den Mechanismus in die schußfertige Lage zurükbringt; H der Drüker, an dessen einem Ende ein kleines Frictionsrad angebracht ist, welches gegen das Federhaus drükt. In dem Drüker befindet sich ein kleiner Einschnitt I, in den das Ende des Schiebers K tritt, um den Drüker festzustellen, während die Feder des Gehäuses D aufgezogen wird. Eine Feder L dient zum Zurükziehen dieses Schiebers, wenn losgedrükt werden soll. An der Achse des Hahns sizt ein Hebel, an den eine Zunge N befestigt ist, gegen welche der Reihe nach die Räder E und F anschlagen, um den Hahn niederzulassen oder zu erheben. O ist ein Aufhälter, welcher verhütet, daß der Hahn zu weit in die Höhe gezogen wird, und daß sich die Räder N nach einer Richtung drehen, in welcher sie den Hahn aufziehen würden; nach der andern Richtung übrigens gestattet der Aufhälter die Umdrehung der Räder. P ist eine Feder, welche den Aufhälter O in die in der Abbildung dargestellte Lage zurükbringt; Q eine Schraube zur Regulirung der Stellung des Theils O; R. ein Querstük; S ein anderer Aufhälter, der die Drehung des Rades E verhütet, wenn der Mechanismus in der durch die Abbildung dargestellten Lage sich befindet. Zieht man den Drüker an, so wird dem Federhaus und den Rädern E und F Bewegung ertheilt. Das Rad F läßt den Aufhälter N los und lehnt sich gegen |327| den Aufhälter O; zugleich verläßt das Rad E den Aufhälter S, ergreift den Aufhälter N und wirkt dadurch, daß es den Drüker losläßt, auf den Hahn; die Feder C drängt den Mechanismus zurük, das Rad E verläßt den Aufhälter N und geht zu dem Aufhälter S herab. Um die Spiralfeder wieder aufzuziehen, werden die Räder E und F mit Hülfe des Drükers so weit vorwärts geschoben, daß das Rad F den Aufhälter N losläßt, ehe das Rad E den Aufhälter S losgelassen hat. In dieser Lage sollte alsdann der Mechanismus gelassen werden, indem man den Theil K in den im Drüker befindlichen Einschnitt vorschiebt. Jezt erlaubt die Einrichtung des Aufhälters O das Rad in der Richtung zu drehen, worin das Aufziehen der Feder erfolgt, indem man die rotirende Schwanzschraube entweder aus freier Hand oder mit einem Schlüssel umdreht.

Die Figuren 32, 33, 34 und 35 zeigen eine andere Anordnung, bei welcher, wie bei den oben beschriebenen Figuren der Hahn und die Läufe der rotirenden Schwanzschraube der Reihe nach losgelassen werden und der Hahn wieder aufgezogen wird. A ist das den ganzen Mechanismus umschließende Gehäuse; B die rotirende Schwanzschraube, der man eine beliebige Anzahl Läufe geben kann; C die Warzen, auf welche die Zündhütchen gestekt werden; D das Gehäuse oder der Cylinder mit der Spiralfeder; E das Rad, welches auf den Hahn wirkt, um ihn niederzulassen; F das Rad, welches ihn wieder losläßt; G eine Feder für den oben beschriebenen Zwek; H die Schloßplatte; I das Schloß; K ein am Hahn angebrachter Hebel; L der Gegenhebel, welcher mit dem Hebel K durch einen Stift verbunden ist und von demselben seine Bewegung empfängt; dieser Stift gleitet in einem am Gegenhebel L befindlichen Einschnitte N; an dem Ende O befindet sich ein Scharnier, damit das Rad F nicht gehindert werde, sich zu drehen, wenn die Spiralfeder aufgezogen werden soll. P ist eine kleine Feder, die das Stük O in der geeigneten Lage erhält, Q ein Aufhälter, welcher das Rad F hindert sich zu drehen, nachdem es den Aufhälter des Gegenhebels verlassen hat; R ein Aufhälter, welcher die Umdrehung des Rades E verhütet, nachdem dasselbe den Hebel K verlassen hat. T, T ist der Drüker, welcher die Bewegung dem Federhause mittheilt; U ein Haken, der in demselben Sinne, wie der mit Bezug auf Fig. 30 und 31 beschriebene Schieber auf den Drüker wirkt. Eine Feder V, die an ihrem einen Ende mit dem Drüker, an ihrem andern Ende mit dem Hebel K des Hahns verbunden ist, erleichtert bedeutend das Losdrüken des Gewehrs; diese Feder wird auf die bereits oben erläuterte Weise gespannt. a ist der Lauf; b ein der ganzen Länge nach über den Lauf gelegtes eisernes Band, welches den Lauf mit der Büchse verbindet; d eine an der |328| unteren Seite des Hauptlaufes befindliche Achse, um die sich das Federhaus, die Räder E und F und die Schwanzschraube drehen; e eine Schraube zur Verbindung dieser Achse mit dem Hauptlauf.

Die Figuren 36 und 37 zeigen, wie der Hals X, woran das Rad F befestigt ist, die Bewegung der Schwanzschraube mittheilt. An der lezteren befindet sich nämlich ein kleinerer Hals Y, in dessen Seiten eine Rinne angebracht ist, in welcher ein innerhalb des Halses X befindlicher Zapfen arbeitet. In Folge dieser Einrichtung kann sich das Rad F nicht drehen, ohne zugleich die Schwanzschraube mitzunehmen. Die Anordnung Fig. 38 zeigt, daß nur die Spiralfeder den Hahn erhebt und die Schwanzschraube dreht, und daß eine große, über der Spiralfeder angeordnete Feder den Hahn auslöst und das Gewehr entladet. Mit dem Hahn steht ein mit zwei Klauen versehener Hebel A in Verbindung; gegen die eine Klaue wirkt die große Feder B und löst den Hahn aus, gegen die andere das Rad C, um den Hahn auf- und die große Feder zurük zu ziehen; D ist ein Aufhälter, gegen den das Rad C sich lehnt, nachdem es den Hebel A verlassen hat; damit dieser Aufhälter das Zurükziehen der Spiralfeder nicht hindere, ist er mit einem Scharnier an eine kleine Stange befestigt, welche mit einem Leitstük G versehen ist. H ist das Gehäuse mit der Spiralfeder; I ein Aufhälter, welcher die Drehung des Gehäuses verhütet. Das eine Ende der Spiralfeder ist an eine Achse K befestigt, welche die Bewegung auf das Rad C überträgt. L ist eine Feder, deren Zwek an den vorhergehenden Figuren bereits erläutert wurde; M eine kleine Feder, welche die Stange E und den Aufhälter D in der geeigneten Lage erhält; diese Anordnung ist auf die oben beschriebene Weise wirksam. Schließlich bemerke ich, daß ich die mit Bezug auf Fig. 32 und 33 beschriebene Einrichtung als die zwekmäßigste gefunden habe.

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