Titel: Boquillon's Bemerkungen über Galvanoplastik und einige damit zusammenhängende Erscheinungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XX./Miszelle 10 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086020_10
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Boquillon's Bemerkungen über Galvanoplastik und einige damit zusammenhängende Erscheinungen.

Hr. Boquillon hat der französischen Akademie der Wissenschaften eine Abhandlung eingeschikt, worin er zuerst eine Anzahl von Erscheinungen beschreibt, welche er im Verlauf seiner galvanoplastischen Operationen beobachtete und die ihm von der Art zu seyn scheinen, daß sie die allgemein angenommenen Theorien modificiren müssen, besonders hinsichtlich der elektrischen Wirkungen, welche auf der Oberfläche der Körper stattfinden.

In einem zweiten Theile beschäftigt sich Hr. Boquillon mit der Wahl unter den verschiedenen Quellen von Elektricität behufs galvanoplastischer Operationen und theilt bei dieser Gelegenheit ein neues Paar von seiner Erfindung mit, dessen Anwendung besonders in ökonomischer Hinsicht sehr vortheilhaft ist und das Wasserstoffgas aufzusammeln gestattet, welches sich während der Fällung des Metalls in großer Menge entwikelt.

Er sezt sodann die Umstände aus einander, welche auf die Cohäsion des abgelagerten Metalls oder Metallgemisches Einfluß haben und zeigt, wie man durch Berüksichtigung der größeren oder geringeren Beständigkeit der angewandten Metallsalze und ihrer größeren oder geringeren Löslichkeit, die Operation so leiten kann, daß sich das Metall nach Belieben entweder hart und spröde wie Stahl oder weich und biegsam wie Blei absezt. Wenn ein kostspieliges Metall auf ein anderes abgelagert werden soll, ist es wichtig, die angegebenen Umstände zu beachten, denn je nachdem die Fällung mehr oder weniger schnell erfolgt und je nachdem die Krystallisation des neuen Metalls mehr oder weniger verworren ist, wird es auch mehr oder weniger fest anhängen. „Man begreift“, sagt Hr. Boquillon, „daß, wenn man diese Vorsichtsmaßregeln vernachlässigt und die Bedingungen, unter welchen man jedesmal arbeitet, nicht genau kennt, sich unmöglich constante Resultate erwarten lassen, was doch für die technische Anwendung eines Verfahrens von großer Wichtigkeit ist.“

Am Schluß gibt der Verfasser ein Verfahren an, wodurch man die Menge des auf irgend einem Gegenstand abgelagerten Metalls genau erfahren kann, ohne daß man denselben vor und nach der Operation zu wiegen braucht; das Wägen könnte ohnedieß nur eine schwache Annäherung ergeben, weil die nöthige Reinigung (das sogenannte Abbrennen) des Gegenstandes unmittelbar vor seiner Eintauchung in das Bad ihm eine unbekannte Quantität Metall entzieht, die man bei dem lezten Wägen nicht berüksichtigen kann. (Comptes rendus, Septbr. 1842, Nr. 10.) Die Akademie hat Boquillon's Abhandlung einer Commission zur Prüfung übergeben und es wäre zu wünschen, daß deren Bericht bald veröffentlicht würde.

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