Titel: Kirk's künstliche Surrogate des Eises zum Schlittschuhlaufen in jeder Jahreszeit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XX./Miszelle 11 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086020_11

Kirk's künstliche Surrogate des Eises zum Schlittschuhlaufen in jeder Jahreszeit.

Henry Kirk ließ sich am 2. Nov. 1841 in England künstliche Compositionen patentiren, welche wie das Eis eine glatte Oberfläche haben, so daß man darauf zu jeder Jahreszeit Schlittschuh laufen kann. Das künstliche Eis wird in Platten gegossen oder geformt und dann auf den Boden eines gedekten Raumes gelegt; die Zwischenräume der Platten werden mit derselben Substanz, woraus sie bestehen, ausgefüllt. Das künstliche Eis kann aber auch in geschmolzenem Zustande auf den Boden gegossen und derselbe so damit überzogen werden. Bedingung ist, daß der Boden vollkommen luftdicht und von Feuchtigkeit undurchdringlich sey; er wird daher mit gewalztem Zink oder Blei belegt, oder wenn er aus Steinen besteht, mit Asphalt überzogen.

Die Ingredienzien des künstlichen Eises bestehen aus Salzen, welche viel Krystallisationswasser enthalten und daher in sogenannten wässerigen Fluß übergehen können; dahin gehören als die wohlfeilsten Alaun, einfach-kohlensaures und schwefelsaures Natron (krystallisirte Soda und Glaubersalz). Auch Schwefel läßt sich zu diesem Zwek anwenden.

Um mit Alaun künstliches Eis zu bereiten, verfährt man folgendermaßen: 10 Pfd. krystallisirten Alaun bringt man in gepulvertem Zustande in einen kupfernen Kessel und läßt ihn darin zergehen; sobald er flüssig geworden ist, sezt |80| man ihm 1 1/2 Loth Kupfervitriol zu, um ihn zu färben, auch sezt man noch 1 Pfd. Schweineschmalz zu, um ihn schlüpfriger zu machen. Dieses Gemisch kann, nachdem es sich etwas abgekühlt hat, in Platten gegossen werden.

Um krystallisirte Soda zu diesem Zwek zu benuzen, werden 10 Pfd. davon gröblich gepulvert und dann geschmolzen, man läßt die Hize so lange einwirken, bis das Salz durch Verdunstung seines Krystallwassers ein Fünftel an Gewicht verloren hat. Es wird dann mit 11/2 Loth Kupfervitriol gefärbt und die Mischung nach dem Abkühlen in Tafeln geformt.

Glaubersalz wird gerade so wie die Soda in künstliches Eis verwandelt; man kann auch ein Gemenge aus gleichen Theilen beider Salze anwenden.

Um Schwefel zu benuzen, erhizt man ihn zum Schmelzen und gießt ihn dann in Formen, durch welche eine Anzahl hölzerner Latten gelegt ist, welche die Schwefeltafel nach ihrem Erhärten besser zusammenhalten. Durch Reiben mit Schneiderkreide werden alle diese Surrogate schlüpfriger.

Endlich macht der Patentträger noch den Vorschlag, gewöhnliche Schuhe mit Nägeln zu besezen, welche mit runden convexen Köpfen versehen sind, um auf einer mit stark polirten Eisen- oder Stahlplatten belegten Bahn gleiten zu können. (London Journal of arts, Aug. 1842, S. 28.)

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