Titel: Verkitten von Stein und Metall.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XX./Miszelle 12 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086020_12

Verkitten von Stein und Metall.

Bei Gelegenheit einer Erörterung über das Einkitten eiserner Gegenstände in Stein mittelst Gypses und über die eigentlichen Steinkitte machte ein Mitglied in der technischen Deputation des Handwerkervereins zu Chemnitz folgende Mittheilung:

„Will man eiserne Gegenstände in Stein dauerhaft einkitten, so mengt man 7 Theilen Gyps 1 Theil Eisenfeilspäne bei. Der Gyps muß aber gut oder, wie man sagt, hizig seyn; ist dieß nicht der Fall, so macht man ihn dadurch gut, daß man ihn in einer Büchse nochmals ausglüht. Das Kitten muß rasch geschehen, weil der Gyps in diesem Zustande sehr schnell troknet. Sollen die gekitteten Stellen weiß bleiben, so müssen die Eisenfeilspäne weggelassen werden, weil diese immer einen gelben Flek zurüklassen. Statt dieser sezt man dann dem Wasser zur Löschung des Gypses auf 1 Theil Wasser 3 Theile Eiweiß zu, bewahrt aber die gekittete Stelle bis zum völligen Austroknen, welches hier sehr langsam erfolgt, vor scharfem Luftzuge. – Auch Steine werden auf die leztgenannte Weise sehr dauerhaft zusammengekittet, noch besser aber mit dem heißen Steinkitte, bestehend aus 1 Theil Schwefel, 1 Theil Steinpulver und 2 Thl. Pech. Dieser Kitt wird ganz heiß angewendet, und auch die zu kittenden Stellen zuvor sorgfältig erhizt. – Gyps mit verdünntem Leimwasser gibt ebenfalls einen sehr guten Steinkitt. – Der sogenannte Sparkalk, ein wenig gebrannter. Gyps, wird als ein sehr gutes Material für Häuserverzierungen, Fußböden in Küchen u.s.w. gerühmt. Dieses Material bloß mit Wasser gelöscht, bindet langsam, ist daher sehr bildsam, erlangt aber nach völligem Austroknen, welches erst in 5 bis 4 Tagen erfolgt, außerordentliche Härte und Festigkeit. Besorgt muß man aber seyn, daß bis zum völligen Troknen der Luftzug abgehalten wird.“ (Gewerbe-Blatt für Sachsen. 1842. S. 294.)

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