Titel: Salzsaures Zink als Löthmittel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XX./Miszelle 5 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086020_5

Salzsaures Zink als Löthmittel.

Im polytechn. Journal Bd. LXXV. S. 224 wurde eine Abhandlung von Golfier-Besseyre mitgetheilt, welcher das Doppelsalz von salzsaurem Zink und Salmiak als Reductionsmmittel bei Löthungen empfiehlt. Nach einer Mittheilung Hrn. F. Werner's in Leuchs' polytechn. Zeitung 1842, Nr. 39 erhält man jedoch mit neutralem salzsaurem Zink ohne Salmiak die nämlichen Resultate, was folgende Vortheile gewährt:

1) Das flüssige salzsaure Zink haftet sehr gut in jedweder Richtung an den Löthstellen;

2) wird das Loth viel flüssiger dadurch, daß man auch bei einem sonst schon flüssigen Loth sich sehr leicht eiserner Löthkolben bedienen kann, daher man sich wohlfeil alle Arten Kolben anschaffen kann;

3) ist nach der Löthung nichts abzukrazen oder zu schaben, wie bei Anwendung von Colophonium; ein bloßes Abwischen mit einem feuchten Lappen ist hinreichend;

4) kann man dieses Flußmittel bei allen Metallen ohne Ausnahme anwenden, zu Blech, Zink, Kupfer, Blei etc., und die Löthstellen brauchen nicht gefeilt oder geschabt zu seyn, sie löthen dennoch gut, wenn kein Schmuz zugegen ist. Nur das Eisen erheischt diese Vorbereitung. Lezteres kann aber auch folgendermaßen zum Löthen vorbereitet werden: man benezt die Löthstelleen stark mit Salzsäure und reibt sie mit einem Abschnizel Zink, bis die Stellen von Oxyd befreit sind.

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Um das salzsaure Zink zu bereiten, löst man Zink in Salzsäure bis zur Sättigung auf, dampft die Flüssigkeit dann ab, bis sie die Consistenz von Oehl hat, läßt sie dann abkühlen und hebt sie in Flaschen zum Gebrauch auf. Es ist nothwendig daß man die Flüssigkeit mit blauem Lakmuspapier prüft, ob sie nicht mehr sauer reagirt, denn sie muß neutral seyn, damit sie nur Oxyd auflösen und keine Wirkung mehr auf Metalle haben kann.

Bei sehr fein polirten Weißblecharbeiten hat sich Hr. Werner mit gutem Erfolg als Löthmittel bloß des Terpenthinöhls bedient, statt des sogenannten Löthfetts.

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