Titel: Ueber die Einwirkung des Wassers auf das Blei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XX./Miszelle 8 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086020_8

Ueber die Einwirkung des Wassers auf das Blei.

Hr. Prof. Christison stellte zahlreiche Versuche über die Anwendung bleierner Röhren zu Wasserleitungen an und faßt in seiner Abhandlung (Transactions of the Royal Society of Edinburgh Bd. XV. Th. 2., S. 271) die Resultate seiner Untersuchungen in folgender Weise zusammen:

1) Es sollen zu diesem Zwek keine Bleiröhren angewandt werden, wenigstens nicht bei bedeutenden Entfernungen, ohne daß das hindurchzuleitende Wasser einer sorgfältigen chemischen Untersuchung unterworfen wurde.

2) Die Gefahr einer bedeutenden Aufnahme von Blei ist bei dem reinsten Wasser am größten.

3) Wasser, welches polirtes Blei, wenn man es ein paar Stunden lang in einem Glasgefäß darin stehen läßt, trübt, kann ohne gewisse Vorsichtsmaßregeln nicht ohne Gefahr durch Bleiröhren geleitet werden. (Wenn es hingegen 24 Stunden lang in einem Glas Wasser bleibt, und dabei nichts oder beinahe nichts an seinem Glanze verliert, so kann das Wasser wahrscheinlich – doch ist es noch nicht erwiesen – ohne Gefahr durch Bleiröhren geleitet werden.)

4) Wasser, welches weniger als 1/8000 Salze in Auflösung enthält, kann ohne Vorsichtsmaßregeln nicht wohl durch Bleiröhren geleitet werden.

5) Sogar dieses Verhältniß ist noch unzureichend zur Verhinderung des Angegriffenwerdens, wenn nicht ein großer Theil der Salzmasse aus kohlen sauren und schwefelsauren Salzen, vorzüglich den ersteren, besteht.

6) Hingegen reicht sogar 1/4000, wahrscheinlich auch ein noch größeres Verhältniß, nicht hin, wenn die in Auflösung befindlichen Salze zum großen Theil salzsaure sind.

7) Jedenfalls dürfte, wenn die Zusammensezung des Wassers auch obigen Bedingungen entsprechend befunden wird, das Wasser, nachdem es ein paar Tage durch die Röhren gelaufen, noch sorgfältig untersucht werden; denn nicht unwahrscheinlich haben noch andere Umstände, als die bisher erwähnten, einen Einfluß auf die schüzende Eigenschaft der Neutralsalze.

8) Wird das Wasser so befunden, daß es die Bleiröhren angreifen kann, oder fließt es wirklich bleihaltig aus denselben, so kann diesem abgeholfen werden, indem man die Röhren drei bis vier Monate lang mit Wasser angefüllt stehen läßt oder statt des Wassers eine schwache, etwa 1/25000 enthaltende Lösung von phosphorsaurem Natron nimmt, Philosophical Magazine, Aug. 1842, S. 158. (Die Erklärung dieser Resultate und Regeln liefern v. Bonsdorff's Versuche im polyt. Journal Bd. LXVIII. S. 38.)

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