Titel: Ersaz der Glasfenster bei Treibbeeten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XXXII./Miszelle 10 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086032_10

Ersaz der Glasfenster bei Treibbeeten.

In der Rheinländischen Gartenzeitung ist ein Ersaz für die Glasfenster an Mistbeeten und Vermehrungshäusern mitgetheilt, welcher Blumenfreunden empfohlen werden kann. Statt des Glases überzieht man nämlich die Fensterrahmen mit einem feinen weißen baumwollenen Zeuge. Solches wird, um es durchsichtiger und gegen die Nässe dauerhaft zu machen, mit einer Masse überzogen, deren Mischung aus 8 Loth pulverisirtem trokenem weißem Käse, 4 Loth gelöschtem weißem Kalk und 8 Loth gekochtem Leinöhl besteht. Hat man diese drei Bestandtheile miteinander vermischt, so sezt man 8 Loth Eiweiß und eben so viel Gelbes hinzu, nachdem beides miteinander durch Schlagen gut vermischt und dünnflüssig gemacht worden ist. Das Oehl verbindet sich leicht mit den übrigen Theilen und der Anstrich bleibt biegsam und wird hell durchsichtig.

Die Kosten eines auf diese Art angelegten Treibbeetes sind unbedeutend und der Nuzen sehr groß. Ein solches Beet bedarf auch nicht der ängstlichen Wartung, wie die gewöhnlichen mit Glasfenstern bedekten Beete. Bei den stärksten Sonnenstrahlen in der Mittagsstunde bedürfen sie keiner besonderen Ueberdekung oder Beschattung, haben fast den ganzen Tag eine ziemlich gleichmäßige Temperatur und bedürfen nur nach Umständen von Zeit zu Zeit einer Lüftung. Gibt man einem solchen Beete eine Unterlage von Pferdedung und schichtet darauf eine gehörige Lage einer kräftigen, feingesiebten Haideerde, so können Steklinge aller Blumengattungen, frühe Gemüse und Pflanzen aus Samen darin erzogen werden. (Riecke's Wochenblatt.)

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