Titel: Verbesserte Lichtschere.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XXXII./Miszelle 4 (S. 153–154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086032_4

Verbesserte Lichtschere.

Es ist bekannt, daß beim Puzen der Talglichter immer der Uebelstand eintritt, daß durch das Oeffnen der gewöhnlichen Lichtscheren, welches gemeiniglich oberhalb des Lichtes geschieht, Theile von den darin enthaltenen Kohlen wieder auf das Licht fallen, die sich späterhin wieder an den Docht anhangen und ein unreines Licht verursachen oder das Ablaufen des Talges veranlassen. Diesem Uebelstande suchte Henry Needham dadurch abzuhelfen, daß er an der innern Seite der Rükwand eine Anzahl Zapfen oder Stacheln anbrachte, zwischen welchen der durch Puzen abgeschnittene, verbrannte Theil des Dochtes beim Schließen der Lichtpuze eingedrükt wird. Allein auch dadurch wird dem Uebelstande nicht ganz |154| abgeholfen. Ueberdieß haben auch alle unsere Lichtscheren den Fehler, daß sie nicht mit Schneiden versehen sind, wie es bei unsern gewöhnlichen Scheren der Fall ist, weßhalb es auch selten gelingt, den Docht scharf und eben abzuschneiden, er wird vielmehr nur abgezwikt, wodurch immer noch kohlige Fäden über dem Dochte emporstehen, die ebenfalls nachtheilig wirken.

Jedermann weiß, daß mit einer gewöhnlichen Schere das Licht am besten gepuzt werden kann, daß aber damit der Uebelstand verknüpft ist, die Kohle nicht sorgfältig beseitigen zu können, damit sie keinen übeln Geruch verbreite und weder Feuersgefahr noch Unreinlichkeit stattfinde. Ich habe mir daher eine Lichtschere fertigen lassen, womit ich den Docht rein abschneide und welche auf folgende Art construirt ist. Dasjenige Ende, wodurch der Docht abgeschnitten wird, hat an beiden Theilen Schneiden, wie eine gewöhnliche Schere; der zu öffnende Theil, welcher die Thüre zur Kammer enthält, hat eine 2 Linien, der andere eine 3 Linien breite und 1 Zoll lange Schneide, welche Schneiden, wie bei einer gewöhnlichen Schere, über einander gehen. Die Seitenwände sind nur 3 Linien hoch, und die der Kammer sind nicht bedekt, sondern von Oben betrachtet offen. Für die Kohle bediene ich mich einer Büchse von Blech, welche mit einem Dekel versehen ist, der mit einem Scharnier geöffnet wird, und welche an dem einen Ende eines schiffförmigen Lichtscherentellerchens angebracht ist. Sobald das Licht gereinigt ist, wird die Kohle in die Büchse geworfen und solche verschlossen. Man sieht wohl ein, daß auf diese Weise ohne große Mühe die Reinlichkeit der Kerze, der Lichtschere und des Tisches gehandhabt werden kann. Die Schere darf aus bekannten Gründen nicht von Messing seyn. Dr. Hänle. (Mitth. d. G. B. zu Lahr.)

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