Titel: Ein Sicherheitsmittel bei Anwendung der Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XLV./Miszelle 2 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086045_2

Ein Sicherheitsmittel bei Anwendung der Dampfkessel.

Es wurde zur Vermeidung der Explosionsgefahr bei Dampfkesseln vorgeschlagen, das Feuer auszulöschen, wenn man noch frühzeitig genug wahrnimmt, daß die Wasserhöhe in diesen Kesseln zu sehr abgenommen hat, dieses Sicherheitsmittel aber führt viele Uebelstände mit sich, die Ausführung desselben geht langsam und mühsam vor sich, sie erfüllt die Werkstätte mit Rauch, verursacht eine bedeutende Unterbrechung der Arbeit und erkältet endlich den Boden des Kessels, ehe seine Seitenwände abgekühlt werden, was die Hauptursache der Gefahr ist. Ich halte dieses Mittel nur bei Kesseln mit innerlichen Feuerräumen zuträglich. Bei den vom Boden und den Seiten aus zu heizenden Kesseln aber würde ich folgende Construction vorziehen, welcher ich mich mit dem besten Erfolg bediente, allerdings nicht, um die Explosionsgefahr zu vermeiden, sondern um die in den Kesseln enthaltenen Flüssigkeiten schnell erkalten zu machen, was aber, das Verfahren und die Wirkung desselben betreffend, dasselbe ist.

Ich mache nämlich eine Oeffnung, deren Fläche dem Verticaldurchschnitte des Feuercanals gleich ist. an der Stelle, wo die Flammen unter dem Kessel weg in diesen Feuercanal austreten und verschließe diese Oeffnung mit einer doppelten Thüre von Eisenblech, welche zwar sehr gut schließt, sich aber leicht öffnen und wieder verschließen läßt. Oeffnet man diese Thüre im Augenblik der Gefahr, d.h. wenn man sieht, daß zu wenig Wasser im Kessel ist und seine Wände zu stark erhizt sind, so tritt die durch die hohe Temperatur des Kamins angezogene Luft durch dieselbe ein, verbreitet sich um alle Seiten des Kessels und erkaltet schnell die zu stark erhizten Eisenblechtheile, wodurch der Apparat sogleich wieder auf seinen Normalzustand zurükgeführt wird. Man kann sodann, ohne Gefahr, Wasser in den Kessel bringen, die Thüre zum Feuercanal wieder schließen, den Luftzug durch den Herd wieder herstellen und die Arbeit des Kessels wieder fortsezen lassen. – Auf diese Weise wird der Verbrennung auf dem Rost fast in dem Augenblik Einhalt gethan, wo man die Thüre des senkrechten Feuercanals öffnet, es verbreitet sich nur wenig Rauch in dem Local, der Herd bleibt mit glühender Steinkohle bedekt und das Feuer kann, sobald die Gefahr vorüber ist, sich wieder schnell beleben.

Ich bemerke noch, daß die Thüre sich durch einen Mechanismus offnen muß. wenn das Wasser im Kessel unter das bestimmte Niveau sinkt, zu welchem Behufe ein für allemal das Spiel dieser Thüre mit den Bewegungen des Schwimmers in Verbindung gesezt wird. (Echo du monde savant, 1842, No. 21.)

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