Titel: Vorschlag um mehr Würze aus dem Malz zu gewinnen, als man nach dem gewöhnlichen Verfahren in den Bierbrauereien erhält.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XLV./Miszelle 9 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086045_9

Vorschlag um mehr Würze aus dem Malz zu gewinnen, als man nach dem gewöhnlichen Verfahren in den Bierbrauereien erhält.

In der Chemical Society zu London wurde die Frage gestellt: „Ist es möglich durch eine Abänderung des gewöhnlichen Verfahrens beim Einmaischen |239| mehr Extract aus dem Malz zu gewinnen und bleibt irgend etwas in den Trebern zurük, was in der Würze seyn sollte?“ Hr. Septimus Piesse bemerkte darauf, der Umstand, daß die Trebern das Vieh gut mästen, habe ihn schon längst auf die Vermuthung geführt, daß man mehr Extract (Würze) als gewöhnlich aus dem Malz gewinnen könne und er habe dann gefunden, daß die Trebern wirklich eine nicht unbedeutende Menge Stärkmehl enthalten. Daß diese Stärke nicht in Zuker verwandelt wurde, daran sey (in den von ihm untersuchten Fällen) keineswegs die Anwendung ungeeigneter Temperaturen beim Einmaischen, sondern ein Mangel an Diastas (dem Stoff, welcher die Umänderung der Stärke in Zuker bewirkt) Schuld gewesen. Bei dem gewöhnlichen Brauverfahren vermischt man Malz und Wasser von geeigneter Temperatur in einem bestimmten Verhältniß mit einander und nach einiger Zeit wird dann das Wasser, die sogenannte Würze, vom Malz abgezogen und eine neue Portion Wasser auf lezteres geschüttet, um die zweite Würze zu bilden. Ohne Zweifel wird der größte Theil der Stärke während des ersten Maischens in Zuker und Dextrin verwandelt, aber niemals alle. Bedenkt man, daß das Diastas ein auflöslicher Stoff ist, so begreift man, daß es in die erste Würze übergehen muß und mit derselben abgezogen wird. Die vorgeschlagene Verbesserung besteht nun bloß darin, der zweiten Würze Diastas zuzusezen, um die zurükgebliebene Stärke in Zuker zu verwandeln. Dieß geschieht durch Zusaz von etwas Malz (welches Diastas enthält), ehe man zum zweitenmal maischt. Beim Einmaischen von 30 Scheffeln Malz könnte man 29 Scheffel zum ersten Maischen nehmen und den übrigen Scheffel beim zweiten Maischen zusezen. Der Gewinn an Würze ist dabei nach Hrn. Piesse so bedeutend, daß er nicht zweifelt, es werden alle Bräuer sein Verfahren annehmen. (Philosophical Magazine, Okt. 1842, S. 317.)

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