Titel: Zuker der Cactusfeige.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. LXV./Miszelle 8 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086065_8

Zuker der Cactusfeige.

Die französischen Soldaten in der Berberei genießen sehr häufig die eben so gesunde als angenehme Frucht des Cactus opuntia. Die diken Schalen derselben gehen sehr leicht in Fäulniß über und verbreiten dann eine unangenehme und ungesunde Ausdünstung, aus welchem Grunde der General Lamoricière befahl, sie zu sammeln und außerhalb der Stadt (Mascara) an einem freien Ort aufzubewahren, wo sie an der Sonne schnell troknen können. Wenige Tage, nachdem dieß geschehen war, bemerkte man an ihnen eine weiße Efflorescenz, die sich, näher untersucht, durch Geschmak und Krystallisation als Zuker zu erkennen gab, welcher durch die hornartige Vertroknung des Parenchyms aus dessen Poren heraus an die Oberfläche gedrükt wird. Nach dem Preise dieser Feigen wurde berechnet, daß das Pfd. ganz schönen, vollkommen krystallisirten Zuker aus denselben nicht höher als auf 20 Cent. zu stehen käme, und man dabei keine anderen Kosten hätte als die, um die Frucht zu verkleinern, an der Sonne auszubreiten und die Efflorescenz mittelst zarter Bürsten zu sammeln. Der Industrie muß es übrigens vorbehalten bleiben, das Verfahren zu vervollkommnen. Auffallend ist es, daß man auf diese Zukergewinnung nicht schon früher gekommen ist, worauf der süße Geschmak sowohl, als die schon damit angestellten Versuche der Branntweinbereitung hatten leiten müssen.

Der Zuker, welchen man mit so wenigen Kosten sich von dieser Pflanze versprechen kann, ist für das französische Afrika eine höchst wichtige Entdekung. (Moniteur industriel, 20. Okt. 1842.)

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