Titel: Französische Vorschrift zur Bierbereitung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. XC./Miszelle 8 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086090_8
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Französische Vorschrift zur Bierbereitung.

Ein Hr. Godard gibt folgende Vorschrift zur Bereitung eines sogenannten Biers in jedem Haushalt. – Um 100 Liter Bier zu bereiten, werden 20 Kil. Stärkmehlsyrup von 32 bis 33° B., 60 Gramme gestoßener Koriander, 500 Gr. guter Hopfen und 4 Gr. Hausenblase genommen. Man bringt den Hopfen in einen Korb, welcher in einen kupfernen Kessel gesezt wird, der 20 bis 30 Liter Wasser enthält, läßt 1 1/2 Stunde lang kochen, zieht das Decoct ab und kocht noch einmal mit eben so viel Wasser aus. Diese beiden Decocte kommen in ein Fäßchen mit dem Syrup, welches sodann mit dem noch übrigen Wasser aufgefüllt wird; dann sezt man noch 500 Gr. Hefe hinzu. Das Fäßchen wird behufs der Gährung an einen 25 bis 30° C. warmen Ort gestellt. Nach stattgehabter Gährung wird die Fischleimlösung und der Farbe wegen etwas gebrannter Zuker zugesezt.

Auch mit Quekenwurzel, sagt Hr. G., statt des Stärkezukers kann ein gutes Bier bereitet werden. 100 Pfd. der Wurzel geben 17 Pfd. Zuker. Man läßt sie 3 Stunden lang kochen und sezt dann das Hopfendecoct hinzu, wie gewöhnlich. (Dieses Recept theilen beinahe alle technischen Zeitschriften in Frankreich mit!)

Als Curiosum ist auch zu erwähnen, daß derselbe Hr. G. ein Bierextract an Privatleute verkaufte, welches bloß aus Stärkmehlsyrup und Hopfendecoct bereitet war, und daß, als der Fiscus ihn belangen wollte, weil er den Aufschlag dafür zu zahlen sich weigerte, er selbst zu seiner Vertheidigung anführte, daß sein Bierextract nur den Namen eines solchen führe, ohne es zu seyn. (Echo du monde savant 1842, No. 27, S. 637.)

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