Titel: Ueber Rousseau's Verfahren bei der Porzellan-Verzierung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. CVII./Miszelle 2 (S. 435–436)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086107_2

Ueber Rousseau's Verfahren bei der Porzellan-Verzierung.

Die Farben für Porzellan sind von zweierlei Art; nämlich solche, welche der großen, zum Brennen der Glasur dienenden Hize widerstehen können, Scharffeuerfarben, und solche, welche auf die Glasur aufgetragen, von dem Ofen, in welchem sie gebrannt werden, Muffelfarben genannt werden. Die erstern halten hinsichtlich der Dauerhaftigkeit jede Probe aus; die Muffelfarben aber, welche auf der Glasur selbst aufliegen, bei weitem nicht in so großer Hize gebrannt und von keiner solchen Widerstand leistenden Substanz geschüzt werden, wie die Scharffeuerfarben, leiden von einer Menge äußerer Einwirkungen, welche nach und nach sogar ihr gänzliches Verschwinden herbeiführen.

Die Vergoldung wird jederzeit auf die in der Muffel gebrannte Glasur aufgetragen; man kann sie unmittelbar auf das Weiße auftragen; will man sie aber auf Farben auftragen, so müssen diese nothwendig einen Ueberzug erhalten, der hervorragt und zum schnellen Verderben der aufgetragenen Vergoldung viel beiträgt.

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Hr. Rousseau hat zwei wichtige Verbesserungen in der Verzierung des Porzellans erfunden, die im Auftragen äußerst brillanter Muffelfarben von weit größerer Dauerhaftigkeit, als beim gewöhnlichen Verfahren, und in einer glänzenden und dauerhaften Vergoldung bestehen.

Mittelst flach auf die Gegenstände aufgetragener Tinten wird die Verzierung mit dem Pinsel schnell ausgeführt; alle Farben werden im selben Feuer gebrannt, und da das Muffelfeuer wenig Zeit erfordert, so kann eine an einem Service geschehene Beschädigung sogleich wieder hergestellt werden, indem man auf das neue Stük genau dieselbe Farbe wieder aufträgt, wie auf demjenigen, welches dadurch ersezt wird.

Die Arbeiten aus den Ateliers des Hrn. R. sind im Handel sehr stark verbreitet. (Moniteur industriel, 30. Okt. 1842.)

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