Titel: Durand-Narat's den Holzschnitt nachahmende Platten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. CVII./Miszelle 5 (S. 437)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086107_5

Durand-Narat's den Holzschnitt nachahmende Platten.

Nachdem eine Kupferplatte mit Firniß überzogen ist, sticht sie Hr. Durand wie gewöhnlich und äzt sie dann unter gewissen Vorsichtsmaßregeln mit Salpetersäure. Wenn hierauf der Firniß hinweggenommen und die Platte ganz rein gepuzt ist, schwärzt er sie mittelst des Drukerballens der Holzschneider; dann überstreut er sie mit verschiedenen sehr fein gepulverten Substanzen, welche dem Firniß adhäriren und schon ein ziemliches Relief bilden; successive Zusäze von fetter Schwärze und Pulversubstanz erhöhen dasselbe nach Belieben. Die präparirte Platte clichirt man nun, indem man an den vier Eken vier kleine Nägel anbringt, welche neben dem Kupferstich um 5 Millimeter hervorragen und dazu dienen, die Dike des zu erhaltenden Cliché's anzugeben, indem man sie in ein Brett befestigt. Man clichirt nun wie gewöhnlich und fährt, um Abdrüke zu erhalten, vorerst über die Züge, welche mit besonderer Kraft hervortreten sollen, mit einem Stük Kohle hin, wie beim Abdruken der Kupferstiche, oder über die zu stark markirten Züge mit dem Polirstahl und dann erst mit der Kohle; man kann auf diese Weise sehr verschiedene Effecte hervorbringen, z.B. einen Himmel mit sehr mannichfaltigen Tönen, indem man von der Maschine einen Ton auf das Kupfer graviren läßt und dann gewisse Stellen brunirt und die andern einkohlt. Hat man sich des Polirinstruments bedient, so muß man mit der Kohle über die Stellen, wo es wirkte, hinfahren, um die durch dasselbe erzeugten Wellenformen wieder aufzuheben.

Dieses Verfahren ist für viele Gegenstände anwendbar, wie der Holzschnitt, dessen Wirkung es ersezen soll; da die Kupferplatte durch das Clichiren nicht verdorben wird, von einem Gliché sehr viele Abdrüke gemacht werden können und man von einer gravirten Platte mehrere Cliché's erhalten kann, so begreift man, wie leicht die Anzahl der Abdrüke vermehrt werden kann.

Es konnte nicht in der Absicht des Hrn. Durand liegen, die zarten Wirkungen des Kupferstichs hervorzubringen, sondern nur die des Holzschnitts nachzuahmen, welcher heutzutage für Bücher mit Abbildungen so gesucht ist. (Moniteur industriel, 30. Okt. 1842)

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