Titel: Bereitung eines hellen Chromgelb, von Dr. Winterfeld.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. CVII./Miszelle 7 (S. 438–439)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086107_7

Bereitung eines hellen Chromgelb, von Dr. Winterfeld.

So viel Vorschriften die technologische Literatur auch aufzuweisen hat, um ein Helles und höchst intensives Chromgelb darzustellen, so gibt es doch Producte einzelner Fabriken, deren Beliebtheit im consumirenden Publicum sehr groß ist, ohne daß davon die Anfertigungsweise bekannt geworden wäre. Gin Helles Chromgelb, wie es vorzugsweise gesucht wird, soll leicht, von glattem Bruch und von möglichster Intensität seyn; in Wasser gerieben darf es sich nicht röthen, da es alsdann mit Blau (z.B. Pariser- oder Berlinerblau) gemischt, ein ins Olive ziehendes Grün ergeben würde. Die von Hrn. Anthon in Weißgrün gegebene Vorschrift zur Darstellung eines Chromgelb (Hydrats), welches dem Begehren unserer Consumenten entsprechen sollte, hat mir kein günstiges Resultat ergeben, |439| obschon die Farbe an und für sich gut ist. Am beliebtesten ist ein Product, welches eine Fabrik in Thüringen herstellt, und das selbst im Auslande jezt gesucht ist.

Auf folgende Weise gelang es mir, ein noch helleres als lezt bezeichnetes Chromgelb anzufertigen, welches zwar ein etwas größeres specifisches Gewicht und etwas geringere Intensität, dagegen für manche Zweke, in der Wassermalerei besonders, Vorzüge hat.

33 Theile Bleizuker werden in 100 Th. reinen kalten Wassers gelöst und filtrirt; die klare Flüssigkeit in eine reine, das doppelte Maaß haltende Niederschlagblute gezapft.

In einem anderen Gefäße löse man.

22 Th. kohlensaures Natron (krystallisirte Soda) in 60 Th. reinen Wassers und filtrire.

Die Natronlösung wird nun unter Umrühren der Bleizukerauflösung zugesezt, wodurch ein weißer Niederschlag entsteht, den man absezen läßt und die Flüssigkeit abzapft, welche als essigsaures Natron anderweitig verwendet werden kann. Mittlerweile hat man eine Auflösung von 17 1/2 Th. neutralen chromsauren Kali's in 50 Th. Wasser gemacht, die unter Umrühren auf das gefällte Blei gegossen wird. Man rührt das Gemisch öfter um, bis die chromsaure Kalilösung vollkommen zersezt ist, also die klare abgesezte Flüssigkeit nicht mehr gelb gefärbt erscheint. Das so erhaltene Chromgelb wird mit reinem Wasser einmal gewaschen, auf leinene Beutel zum Ablaufen gebracht, gepreßt, in Stüke geschnitten und getroknet.

Ergebniß: 27 Th. Chromgelb. – (Polytechn. Archiv für Land- und Hauswirthe etc., 1842, Nr. 47.)

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