Titel: Ueble Folgen der Kyanisirung des Holzes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 86, Nr. CVII./Miszelle 9 (S. 439–440)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj086/mi086107_9

Ueble Folgen der Kyanisirung des Holzes.

Man hat dem Aezsublimat schon den Vorwurf gemacht, daß er seinem Zwek beim Kyanisiren nicht vollkommen entspreche. Er ist erstens sehr theuer und wir ihm umzugehen gefährlich, kann daher nicht jedem Arbeiter anvertraut werden; er löst sich ferner nicht gern in kaltem Wasser auf; endlich conservirt sich das damit imprägnirte Holz, der Feuchtigkeit ausgesezt, nicht lange. Es entgeht bei einer Feuersbrunst dem Verbrennen nicht und der dann sich verbreitende Queksilberdunst kann den Sprizenarbeitern sehr schädlich werden.

Das Gardener's Magazine erzählt, daß Graf Manvers im Park zu Thoresby in sein Ananas- und Weinrebentreibhaus neue Sparren von kyanisirtem Holz habe machen lassen. Dieß geschah im J. 1837. Das Holz wurde dann ein Jahr lang ohne Anstrich gelassen, während welcher Zeit die mit demselben in Berührung stehenden Reben ganz abstarben. Auch die Früchte, welche in anderen Theilen des Treibhauses wuchsen, waren schlecht. So hatte auch das unter diesen Sparren befindliche Ananasbeet sehr gelitten. – Diese schädliche Einwirkung ist Folge der beständigen Ausdünstung im Treibhaus, die als Regen wieder niederfallend die Pflanzen befeuchtet. Im Frühjahr 1838 wurden diese Sparren viermal angestrichen; obwohl die Wirkung dann nicht mehr so zerstörend war, waren die Pflanzen doch immer etwas kränklich und gaben wenig Früchte. Im J. 1839 waren die Reben gelb und ohne Fruchtansäze und die Ananaspflanzen, im Vergleich zu anderen, mager. – Erfahrungen dieser Art wurden mehrere gemacht. – Es ist zu bedauern, daß diesen Bemerkungen nichts Näheres über |440| die Wirkung dieser Queksilberausdünstungen auf die Gesundheit der Arbeiter in diesem Treibhause beigefügt ist. (Echo du monde savant 1842, No. 27.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: