Titel: Henson's Verbesserungen an Maschine zur Verfertigung gestrikter Waaren.
Autor: Henson, William
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. V. (S. 15–22)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/ar087005

V. Verbesserungen an Maschinen zur Verfertigung gestrikter Waaren, worauf sich William Henson, Ingenieur zu Lambeth in der Grafschaft Surrey, am 19. Nov. 1840 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. Okt. 1842, S. 153.

Mit Abbildungen aus Tab. I.

Die auf der zu beschreibenden Maschine erzeugten Waaren lassen sich zu. mannichfachen Zweken verwenden; so kann z.B. ein dichtes Fabricat erzeugt werden, welches sich über die ganze Breite der Maschine erstrekt, nachher aufgeschnitten und in verschiedene Kleidungsartikel umgewandelt werden kann; oder man kann das Fabricat in Gestalt schmaler Bänder mit Sahlleisten herstellen, für chirurgische Bandagen oder zu anderen Zweken. Sollte Wollengarn als Material dienen, so könnte das Fabricat auch der Operation des Filzens unterworfen werden, um das Aussehen eines dicht gewebten Wollentuches zu erhalten. Auch Modeartikel, z.B. Ansezspizen, tattings lassen sich auf derselben Maschine verfertigen. Die in der Specification aufgeführten Verbesserungen des Patentträgers beziehen sich auf die Erzeugung eines dichtgewirkten Fabricates, welches sich über die ganze Breite der Maschine erstrekt.

Fig. 10 ist ein Frontaufriß der Maschine, wobei die obere Schiene des Gestells und die Arbeitswalze mit ihrem Zugehör weggelassen ist, um die unmittelbar dahinter liegenden Theile sichtbar zu machen. Fig. 11 stellt das rechte Ende von Fig. 10 im Aufriß dar. Fig. 12 ist ein senkrechter Querschnitt durch die Maschine nach der Linie ab von Fig. 10; Fig. 13 ein ähnlicher Durchschnitt nach der Linie cd, Fig. 10. Fig. 14 stellt einen abgesonderten Theil der Maschine nach der Linie e, f, Fig. 10, theilweise im Durchschnitt dar.

a, a, a, a ist das Maschinengestell; b, b die Hauptwelle, auf welche die rotirende Bewegung vermittelst der Rolle c von irgend einem Motor aus übertragen wird. Diese Welle trägt die Räder und excentrischen Scheiben, welche die wirksamen Theile der Maschine in Thätigkeit sezen. d, d ist die Kettenwalze, auf der die zur Erzeugung des gestrikten Fabricates dienenden Fäden aufgewunden sind; e, e die Arbeitswalze, auf der das fertige Fabricat aufgewikelt wird. Die mit diesen beiden Walzen verbundenen Theile sind in der partiellen Endansicht der Maschine Fig. 15 deutlicher sichtbar.

Die Kettenwalze d, d dreht sich in Lagern, die an dem oberen Theile des Maschinengestells angeordnet sind; an ihren beiden Enden |16| befinden sich die Sperräder 36, 36 und die Rollen 37, 37; leztere drehen sich jedoch nur lose auf derselben. In die Zähne der Sperrräder greifen die Sperrkegel 38,38, deren Zapfenlager 39,39 an den Rollen 37,37 befestigt sind.

Ueber die Peripherie der Rollen 37, 37 sind die Gewichtschnüre 40, 40 geschlagen, um der Kette während der Thätigkeit der Maschine die nöthige Spannung zu geben. Indem sich die Walze d, d dreht, um die arbeitenden Theile der Maschine mit Garn zu versehen, nimmt sie die an ihr festsizenden Sperrräder 36,36, folglich auch die Sperrkegel 38,38 und durch diese auch die losen Gewichtsrollen 37, 37 mit herum. Um aber zu verhüten, daß sich mehrere Windungen der Schnüre 40,40 um die Peripherien der Rollen 37, 37 legen, was eine erhöhte Spannung der Fäden zur Folge haben müßte, indem jede Windung die Gewichte weiter von dem Mittelpunkte der Walze entfernen würde, kommen die Sperriegel, wenn die Walze einen gewissen Theil einer Umdrehung vollbracht hat, mit den feststehenden Aufhältern 41, 41 in Berührung, wodurch sie aus den Zähnen der Sperrräder sich auslösen. Die Gewichte 40, 40 werden nun die losen Rollen 37, 37 nach entgegengesezter Richtung um einen Theil eines Umlaufes drehen und den bereits aufgewundenen Theil der Schnur wieder abwikeln, wobei sie so lange sinken, bis die Sperrkegel 38, 38 in Folge ihrer Gegengewichte 42, 42 wieder in die Zahne der Sperrräder einfallen. Damit aber die Rollen 37 beim Einfallen der Sperrkegel keinen plözlichen Stoß erhalten, werden die Oberflächen der Räder 36 und 37 vermittelst einer Schraube gegen einander gedrükt, wodurch eine hinreichende Reibung entsteht, um das rasche Fallen des Gewichtes zu verhüten.

Der Apparat ist zu beiden Seiten der Kettenwalze so angeordnet, daß wenn der Sperrkegel 38 der einen Rolle 37 von dem Sperrade 36 ausgelöst ist, der andere erst die Hälfte seiner Notation zurükgelegt hat. Dadurch findet die Bewegung zum Auslösen der Rollen 37, 37 und zum Abwikeln der Schnüre 40, 40 an beiden Enden der Walze abwechselnd statt.

Die Bewegung zur Aufnahme des Fabricates auf die Walze e, e ist auf folgende Weise eingeleitet. Durch die ganze Länge der Maschine erstrekt sich eine Stange 43, 43, die in Führungen 44 auf- und nieder beweglich ist, und von dem unter ihr hinweggehenden Zeug getragen wird (Fig. 12 und 13).

Die Stange 43 ist durch Gelenke 45 mit dem Hebel 46 Fig. 15 verbunden, der sich mit dem einen Ende lose auf der Achse der Walze e, e dreht, an dem andern Ende eine Frictionsrolle 47 trägt. In dem Maaße, als das Fabricat sich bildet, kann die Stange 43, 43 herabsinken |17| und mit Hülfe der Gelenke 45 den Hebel 46 mitnehmen, so daß nun die Frictionsrolle 47 durch den an der Hauptwelle b der Maschine befindlichen Hebling 48 in Thätigkeit gesezt wird. Dadurch kommt nun auch der an dem Hebel 46 sizende Sperrkegel 49 in Wirksamkeit, indem er, in das Sperrrad 50 greifend, die Zeugwalze e in Umdrehung sezt.

Aus dieser Anordnung erhellt, daß die Größe der Bewegung der Zeugwalze stets im Verhältniß zu der Quantität des erzeugten Fabricates steht; denn sollte der Gang der Maschine rascher werden, so sinkt die Stange 43, 43 herab und veranlaßt dadurch, daß sie den Hebel 45 mitnimmt, dem Hebling 48, dem Sperrkegel 49, dem Sperrrade 50 und somit auch der Zeugwalze e eine größere Bewegung zu geben. Ein anderer Sperrkegel 50 verhindert die rükgängige Bewegung der Zeugwalze beim Herabsteigen des Sperrkegels 49.

Die Fäden gehen von der Walze d durch eine an dem Gestell befestigte Führung f und von da durch eine zweite Führung g, welche auf die zu beschreibende Weise in Bewegung gesezt wird. h, h sind Spulen, welche das für die Sahlleisten des Fabricates bestimmte Garn enthalten; wenn die Maschine zur Erzeugung schmaler Stüke eingerichtet ist, so werden diese Spulen mit Intervallen längs der Fronte derselben angeordnet.

i, i, i, i sind die Nadelreihen, um welche die Fäden so geschlungen werden, daß die zwischen einander hindurch geschlungenen Maschen das gestritte Zeug bilden. Die Nadeln sind wie bei dem Strumpfwirkerstuhl und andern Maschinen dieser Art in Blei eingesezt.

Die bleiernen Nadelhälter sind auf die gewöhnliche Weise an die Stange k, k geschraubt, welche durch die Arme m, m mit der Welle l, l verbunden ist. Die Zapfenlager der Welle l, l sind an den Hebeln n, n befestigt, deren Achse o, o, o sich in Lagern p, p dreht. Die Gelenke q, q stehen an ihren Vorderenden mit den an die Rükseite der Nadelstange k, k befestigten Stiften r, r in Verbindung, während ihre Hinterenden um die an den Trägern t, t befindlichen Mittelpunkte oscilliren.

An den vorderen Enden der Hebel n, n sind Frictionsrollen u, u angebracht, welche durch die an der Hauptwelle b, Fig. 12, befindlichen excentrischen Scheiben v, v in Thätigkeit gesezt werden. Diese Hebel n, n stehen ferner mittelst Stiften, an denen sich Rollen u, u befinden, mit den oberen Theilen der Joche w, w (yoke-pieces) in Verbindung. Diese Joche sind unten auf ähnliche Weise mit den um die Stüzpunkte x*, x* drehbaren Hebeln verbunden. An den leztern sind Rollen angebracht, welche durch die an der Hauptwelle (Fig. 10) befindlichen Heblinge z, z in Thätigkeit gesezt werden.

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Aus dieser Anordnung geht hervor, daß in Folge der Rotation der Hauptwelle b die Hebel n, n und mit diesen die Nadelstange und die Nadeln i, i durch die excentrischen Scheiben v, v veranlaßt werden in die Höhe zu gehen; zugleich werden auch die Jochstüke w, w und die Rollen y, y steigen. Bei fortgesezter Rotation der Welle b kommen die Heblinge z, z mit den Rollen y, y in Berührung und bringen das Joch, die Hebel n, n und die Nadeln i, i, i in ihre frühere Lage zurük.

Es ist eine Reihe beweglicher Führer 1, 1, 1 angeordnet, durch welche die Fäden gehen und durch deren Bewegungen sie um die Nadeln i, i, i geschlungen werden. Diese Führer sind gleich den Nadeln in Blei eingelassen und an die Stange 2 geschraubt, welche mit Hülfe der Arme 4 an die Welle 3 befestigt ist. An dem einen Ende der Welle 3, Fig. 11 und 14, befindet sich ein Schwanzstük 5 mit einem Stifte 6, welcher in dem gabelförmigen Ende des Hebels 7 spielt. Dieser Hebel ist um einen Bolzen 8 drehbar und an seinem unteren Ende mit dem Jochstüke 9 verbunden. Ein anderer um einen Mittelpunkt 11 oscillirender Hebel 10 steht mit seinem oberen Ende gleichfalls mit dem Joche 9 in Verbindung. Jeder dieser Hebel ist bei 7* und 10*, Fig. 14, mit Frictionsrollen versehen, die durch die Heblinge 12 und 12* in Wirksamkeit gesezt werden.

Aus dieser Einrichtung erhellt, daß die Umdrehung des Heblings 12 den Hebel 7,7 um seinen Mittelpunkt 8 drehen und mit Hülfe des Stiftes 6 und des Schwanzstüks 5, der Welle 3 und den Führern 1 die Bewegung mittheilen wird. Dadurch kommen die Fäden in einer Richtung von Vorn nach Hinten zwischen die Nadeln i, i. Bei weiterer Drehung der Welle kommt der Hebling 12 mit der Walze 10* in Berührung und bewegt dadurch die Jochstüke 9 mit den Hebeln 7 zurük; mithin gelangen auch die Führer 1, 1 wieder in ihre frühere Lage zurük. Ehe aber das leztere geschieht, hat die Führungsstange 2 bereits auf folgende Weise eine Seitenbewegung erhalten.

Ein an der Hauptwelle b befindliches Stirnrad 13 greift in ein anderes an der kurzen Welle 15, Fig. 10 und 11 sizendes Stirnrad. Das Ende der Welle 15 trägt ein konisches Getriebe, welches in ein ähnliches an einer aufrechten Welle 16 befindliches Getriebe greift. Das obere Ende der Welle 16 enthält gleichfalls ein Getriebe, das mit einem andern an der Querwelle 17 befindlichen Getriebe im Eingriff steht; an dieser Welle 17 ist die excentrische Scheibe 18 befestigt. Leztere wirkt gegen eine an dem Hänghebel 20 befindliche Frictionsrolle 19. An diesem Hebel ist die gegen das Ende der Welle 3 drükende Stellschraube 21 angebracht.

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Wenn nun die excentrische Scheibe 18 durch den Eingriff des eben beschriebenen Rädersystems in Umdrehung kommt, so empfängt das Ende der Welle 3 durch die auf dem Excentricum angebrachten Einschnitte Seitendrükungen, und da die Feder 21* fortwährend gegen das andere Ende der Welle 3 drükt und dieselbe mit dem Excentricum 18 in Berührung erhält, so ertheilt sie dadurch der Welle 3 und mit ihr den Führern 1, 1, 1 eine den Einzähnungen des Excentricums entsprechende hin- und hergehende Bewegung. Durch diese Seitenbewegung, welche stattfindet, nachdem die Fäden zwischen den Nadeln hindurchgegangen sind, und ehe die Führer mit den Fäden in ihre erste Lage zurükkehren, legen sich die Fadenwindungen zur Bildung der Maschen rings um die Nadeln. An der Führerstange 2 ist der Kamm g, g, g, welcher die Fäden von einander getrennt hält, befestigt, und nimmt also an den Bewegungen dieser Stange Theil.

Die Preßschiene (presser bar) 22 drükt in bestimmten Intervallen gegen die Bärte der Nadeln i, i, i; auf welche Weise dieses geschieht, läßt sich am besten aus den Figuren 12 und 13 abnehmen. Ueber die ganze Breite der Maschine erstrekt sich eine Welle 23, deren Zapfenlager in dem Maschinengestelle befestigt sind. An dieser Welle sind die Arme 24, 24 befestigt, welche die Preßschiene 22 tragen, die sich mittelst Schrauben adjustiren läßt.

An die Welle 23 sind mit ihren oberen Enden zwei Verticalhebel 25, 25 befestigt, deren untere Enden Frictionsrollen 26, 26 enthalten, welche durch die an der Welle b, b befindlichen Heblinge 27, 27 in Thätigkeit gesezt werden. An das Maschinengestell sind die Federn 28, 28 befestigt, die mit ihren oberen Enden gegen die von den Armen 24, 24 aus sich erstrekenden Schwanzstüke drüken.

In Folge der Rotation, der Heblinge 27 dreht sich demnach die Welle 23 um einen gewissen Bogen, wodurch die Preßschiene 22 mit den Bärten der Nadeln i, i, i in Berührung gebracht wird; die Federn 28, 28 bringen sie indessen in ihre frühere Lage zurük, sobald dieses die fortgesezte Drehung der Heblinge gestattet.

Eine Reihe von Haken 29, 29 sind auf ähnliche Weise, wie die Führer und die Nadeln, in Blei eingesezt. Jedem Zwischenraum zwischen den Nadeln gegenüber ist ein solcher Haken angeordnet. Die bleiernen Hakenhälter sind an die oscillirende Längenschiene 30 geschraubt, die an den schwingenden Hebeln 37,37 befestigt ist. Leztere sind mit Frictionsrollen 32, 32 versehen, gegen welche die Peripherien der excentrischen Scheiben 33 wirken; auch sind mit ihren obern Enden an das Maschinengestell Federn 34, 34 befestigt, deren untere Enden gegen die an der Hakenstange 30 befindlichen Adjustirschrauben drüken. Dieser Anordnung zufolge äußert die Hakenstange einen |20| beständigen Druk nach Innen; wenn aber das Excentricum 33 einen Theil einer Umdrehung vollendet hat, so trifft eine auf seiner Peripherie befindliche Vertiefung mit der Rolle 32 zusammen, worauf eine rükgängige Bewegung der Hakenschiene erfolgt. Eine an die Hakenschiene befestigte Längenstange 35 bildet einen Brustbaum, über welchen das Fabricat auf seinem Weg nach der Zeugwalze e, e geht.

Die Operationen der Maschine wurden im Vorhergehenden in Anwendung auf die Erzeugung eines einzelnen Fabricates erläutert; indessen wird jeder mit der Einrichtung von Strumpfwirkerstühlen und andern ähnlichen Maschinen Vertraute einsehen, daß die Ineinanderschlingung der Fäden in verschiedenen Formen vor sich gehen kann, indem dieses lediglich von den Einschnitten der Räder zur Bewegung der Führerschiene abhängt. Auch können zur Bildung gemusterter, durchbrochener und anderer Fabricate Hülfsführerschienen eingeführt werden, von denen jede vermittelst besonders eingeschnittener, etwa an der Welle 17 angeordneter Räder die nöthige Bewegung erhält.

Zur Erläuterung der Methode, wie die Maschen zur Erzeugung der verlangten Strikwaare in einander geschlungen werden, mag eine Reihe Skizzen Nr. 1 bis Nr. 8 und Fig. 16 bis 23 dienen, welche die verschiedenen Stellungen der Fadenführer gegen die Nadeln versinnlichen sollen. Die Nadeln sind in Nr. 1 bis 8 durch Kreise, die Führer durch kleine Rechteke bezeichnet.

Angenommen, die wirksamen Theile befinden sich in der Fig. 16 dargestellten Lage, die Führer 1 in der in Nr. 1 bezeichneten Stellung gegen ihre Nadeln, die Rolle 19 sey mit dem Punkte A des Excentricums Fig. 23 in Berührung, so wird bei fortgesezter Umdrehung dieses Excentricums die Frictionsrolle auf den mit 1 bezeichneten Theil der Peripherie fallen, dadurch die Führer um eine Streke weiter rechts rüken und dieselben in die in Nr. 2 bezeichnete Lage bringen. Während dieser Zeit sind die Nadeln durch die heblinge v, v in die Fig. 17 dargestellte Lage gehoben worden.

Die folgende Operation der Maschine bringt die Führer rükwärts zwischen die Nadeln. Dieß geschieht mittelst einer an dem Excentricum 12 angebrachten Hervorragung, welche mit der an dem Hebel 7 befindlichen Rolle 7* in Berührung kommt, dadurch dem Hebel eine Drehung und den Führern eine Winkelbewegung ertheilt. In Folge dieser Operation gelangen die Führer in die Nr. 3 und Fig. 18 dargestellte Lage.

Das Excentricum Fig. 23 rükt nun mit Hülfe seines erhabenen Theiles 2 die Führer zur Linken, und bringt sie in die Lage Nr. 4, worauf sie sogleich wieder zwischen den Nadeln hindurch nach der Vorderseite der Maschine hin in die Lage Nr. 5 sich bewegen. Durch |21| diese Bewegung sind die Faden um ihre respectiven Nadeln geschlungen worden.

Während dieses geschah, stiegen die Nadeln allmählich in die Fig. 19 angedeutete Lage. Nun beginnen die Nadeln, während das Excentricum durch seine Abtheilung 2 sich bewegt, wieder herabzusinken, zugleich nähert sich die Preßschiene 22 vermittelst der Heblinge 27,27 den Nadeln, wie Fig. 20 zeigt. Die gebildete Schleife liegt jezt in dem Barte der Nadel, und die in der vorhergehenden Operation gebildete Masche unterhalb demselben aber immer noch auf der Nadel.

Die Preßschiene nähert sich nun noch mehr, und die Nabeln kommen in die Lage Fig. 21, wobei natürlich die zulezt gebildeten Schleifen an die obersten Stellen der Nadeln unter ihre Barte zu liegen kommen, während die vorhergehende Maschenreihe über die Barte hinweggleiten kann; die Preßschiene 22 hatte nämlich die Nadelbärte in ihre Oehre oder Vertiefungen gedrängt, indem sich die Hakenschiene 30 um eine kleine Streke gegen die Rükseite der Maschine hin bewegte, was das Vorwärtskommen der Preßschiene gestattete. Die Preßschiene kehrt sodann in ihre frühere Lage zurük, und die Nadeln sinken aus der Lage Fig. 21 in die Fig. 22, wodurch die zulezt gebildeten Schleifen durch die vorhergehenden gezogen werden, so daß sie gegenseitig in einander geschlungen erscheinen.

Jezt bewegt sich die Hakenstange vorwärts in ihre erste Lage, wobei sie die Haken über die Arbeit bringt, und dieselbe von den Nadeln frei macht; diese Operation bringt die wirksamen Theile wieder in ihre ursprüngliche Lage Fig. 16. Nun beginnt eine neue Reihe von Bewegungen, welche von der so eben beschriebenen nur in den Bewegungen der Führer abweicht. Um nämlich eine Fadenschleife in eine andere zu schlingen, ist es im vorliegenden Falle nöthig, daß bei der folgenden Gruppe von Bewegungen jeder Führer seinen Faden um eine andere Nadel schlinge, als um diejenige, um welche er vorher den Faden geschlungen hat. Zu dem Ende werden die Führer durch den an dem Excentricum 18 befindlichen Aufhälter zur Linken gerükt und in die Lage Nr. 6 gebracht; sodann bewegen sie sich nach der Rükseite der Maschine in die Lage Nr. 7; während dieser Operation sind die Nadeln in die Lage Fig. 17 gestiegen. Jezt rükt die Abtheilung 4 des Excentricums Fig. 23 die Führer zur Rechten in die Lage Nr. 8, worauf diese in ihre frühere Lage Nr. 1 und Fig. 16 nach der Vorderseite der Maschine zurükkehren. Nun beginnen dieselben Operationen aufs Neue.

Mit Bezug auf die beigefügten Skizzen wird man bemerken, daß an jedem Ende der Reihe eine Nadel weggelassen ist, wodurch die |22| äußeren von besonderen Spulen h, h, Fig. 10, 12 und 13, aus besorgten Fäden veranlaßt werden, nur eine Masche zu bilden, während alle anderen zwei Maschen erzeugen. Da die äußeren Nadeln weggelassen sind, so werden auch die äußeren Führer nur eine Masche bilden, während alle anderen Führer zwei Maschen erzeugen, oder mit anderen Worten, die Endführer werden nur eine Masche bilden, welche von der durch die nebenliegenden Führer erzeugten Masche bei jeder folgenden Reihenbildung herabgezogen wird, so daß die Endmaschen mit denjenigen, welche zwei Maschenreihen bilden, verschlungen erscheinen.

Da für die äußeren Führer keine zwei Nadeln vorhanden sind, um die sie die Fäden schlingen könnten, so können sie ihre Maschen nur um die ersten Nadeln bilden, oder mit anderen Worten, sie werden im Verlaufe der Operation regelmäßig mit doppelten Maschen umschlungen, welche durch die doppelte Bewegung der anderen Führer gebildet werden. Auf diese Weise entsteht am Rande des Fabricates eine dichte Sahlleiste, in der die verschiedenen Maschenreihen nach der Längenrichtung verbunden erscheinen.

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