Titel: Saladin, über ein Modell einer Expansionsrolle.
Autor: Saladin, B. Eugène
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. XLVIII. (S. 174–175)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/ar087048

XLVIII. Bericht des Hrn. B. E. Saladin über ein Modell einer Expansionsrolle, welches von Hrn. J. J. Bourcart der Industriegesellschaft zu Mülhausen übergeben wurde.

Aus dem Bulletin de la Société industrielle de Mulhouse 1842, No. 73.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Die Rolle, welche Hr. J. J. Bourcart vorgelegt hat, ist nach demselben Princip construirt wie eine Spiralrolle, welche schon von Lantz und Bétancourt in ihrem Werke Sur la composition des machines p. 50, Fig. 7 beschrieben wurde; allein die Erfindung ist oft so weit von der Ausführung entfernt, daß man den Personen nicht genug danken kann, welche sich freiwillig derselben unterziehen und oft so viele Versuche anstellen müssen, ehe sie zu einem nüzlichen Resultate gelangen.30) Die Ausführung dieser Rolle läßt nichts zu wünschen übrig, und es scheint, daß sie gute Anwendungen finden müsse.

Fig. 1 zeigt eine der Außenflächen der Rolle.

Fig. 2 eine Seitenansicht derselben.

Fig. 3 einen Querschnitt der Rolle nach der Linie CD der Fig. 4.

Fig. 4 einen Längendurchschnitt derselben nach der Linie AB der Fig. 3.

Dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Stüke in allen Figuren.

a die Achse der veränderlichen Rolle.

b, b' zwei kreisrunde Scheiben, welche auf der Achse a festsizen; in jeder dieser Scheiben ist eine Fuge b'' angebracht, die zwei Umgänge einer Spirale bildet, welche dazu dient, den Durchmesser zu Vergrößern oder zu vermindern.

c, c'' zwei andere Scheiben, die miteinander durch eine lange Hülse c'' verbunden sind und durch welche die Achse a frei geht. Diese Scheiben sind mit zwölf geraden Schlizen c''' versehen, welche von der Mitte nach dem Umfange gehen, und den Kreis in gleiche Theile theilen.

d zwölf Stängelchen von Eisen, welche man als die Erzeugenden eines Cylinders betrachten kann, der die veränderliche Rolle bildet |175| und deren Enden mit den Querstüken d' versehen sind, welche in die geraden Schlize c''' eintreten und darin leicht gleiten können; an diesen Querstüken befinden sich noch die Vorsprünge d'', welche in die spiralförmige Fuge b'' hineingehen und sich darin ebenfalls leicht bewegen können. Die geraden Schlize c''' halten die Stängelchen d in gleicher Entfernung von einander; die spiralförmige Fuge b'' hingegen dient, sie stets gleich entfernt vom Mittelpunkte zu halten und aus dieser Ursache sind die Vorsprünge d'' in verschiedener Höhe an den Querstüken d' angebracht, um die Ungleichheit der Spiralhalbmesser auszugleichen. Wenn diese Stängelchen sich berühren, hat die Rolle ihren kleinsten Durchmesser, und wenn sie am weitesten von einander entfernt sind, wie in den Figuren 1, 2, 3 und 4, bietet sie ihren größten Umfang dar.

f, f' zwei Schraubenmuttern, welche auf das Ende eines der Stängelchen d geschraubt sind und dazu dienen, die Scheiben b und c der einen Seite und b', c' der anderen Seite gegen einander festzustellen, wenn die Rolle auf einen gewünschten Durchmesser gestellt ist. Wenn man diesen Durchmesser verändern will, hält man mit der einen Hand die Stängelchen d, d fest, während man mit der anderen Hand die Achse a dreht, welche diese Bewegung den Scheiben b, b' mittheilt; vorher müssen jedoch jedesmal die Schraubenmuttern f, f' gelöst werden.

|174|

Wir müssen hier erwähnen, daß in der mechanischen Werkstätte der kön. polytechnischen Schule in Augsburg bereits vor sechs Jahren eine Rolle nach dem erwähnten Princip von Hrn. L. Seelinger ausgeführt wurde, welche sich noch in der Modellsammlung dieser Schule befindet, und daß Hr. Bourcart seine Rolle nach diesem Modelle durch einen jungen Ingenieur, der sich damals in Geschäften des Hauses Schlumberger längere Zeit in Augsburg aufhielt, daselbst ausführen ließ. A. d. R.

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