Titel: Baddeley's Verbesserungen an Feuersprizen.
Autor: Baddeley, William
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. LXVI. (S. 251–252)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/ar087066

LXVI. Verbesserungen an Feuersprizen; von W. Baddeley.

Aus dem Mechanics' Magazine. Okt. 1842, S. 264.

Mit einer Abbildung auf Tab. VI.

Bei Feuersprizen tritt unter gewissen Umständen das Beharrungsvermögen des Wassers als ein sehr ungelegenes Hinderniß der Bewegung auf. Dieser Fall findet statt, wenn der Schlauch auf das Dach eines hohen Gebäudes oder sonst auf eine bedeutende Höhe geleitet wird. So lange die Maschine arbeitet und die aufsteigende Säule in Bewegung ist, springt der Strahl aus der Schlauchmündung auf die gewöhnliche Weise hervor. Wenn aber das Spiel der Maschine auf einige Minuten eingestellt wird, um den Schlauch an eine andere Stelle zu bringen, oder aus irgend einem andern Grunde, so kann der Druk der nunmehr ruhenden Wassersäule nicht mehr überwältigt werden. Sezt man nun die Sprize wieder in Thätigkeit, so gehen zwar die Drukhebel auf und nieder, aber das Wasser geht ohne weitern Erfolg von einem Stiefel in den andern. Da demnach die Trägheit der in dem Schlauch enthaltenen Wassersäule nicht überwältigt werden kann, so muß man dem Wasser einen andern Ausweg eröffnen. Um dieses zu bewerkstelligen, schraubt man den Schraubendekel, welcher an dem der Schlauchmündung entgegengesezten Ende angebracht ist, oder auch, wenn außer der Schlauchmündung keine weitere Oeffnung vorhanden ist, den Schlauch selbst los, worauf das Wasser sogleich entweicht. Alsdann schraubt man den Dekel wieder ein und sezt die Maschine von neuem, in Thätigkeit, worauf das Wasser den Schlauch hinaufsteigt und sich wie zuvor an seiner obern Mündung in einem Strahle ergießt.

Das Hinwegnehmen des Schraubendekels ist indessen beim Gebrauch der Feuersprize zu dem angeführten Zweke mit Unannehmlichkeiten und selbst mit Gefahr verknüpft, indem der Dekel einem Druk von 40 bis 50 Pfd. auf den Quadratzoll ausgesezt ist.

Diesem Uebelstande nun läßt sich aus eine ganz einfache Weise abhelfen. Um den Schlauch zu erleichtern, ohne den Schraubendekel abnehmen zu müssen, mache ich den Vorschlag, in der Querröhre A, Fig. 50, einen kleinen Hahn D mit ungefähr 1 Zoll weiter Bohrung anzubringen, der sich mittelst der Handhabe E öffnen und schließen läßt. Diese Handhabe ist mit einem Gewichte belastet, so daß sie beständig das Bestreben hat den Hahn zu schließen. B ist die Schraube, womit der Schlauch angeschraubt wird; C die gegenüberstehende, durch einen Schraubendekel verschließbare Mündung. |252| Diese Hinzufügung, so unbedeutend sie auch ist, gewährt doch bedeutende Vortheile. Erstens gibt sie ein bequemes und wirksames Mittel an die Hand, die Nachtheile des Beharrungsvermögens weit rascher zu beseitigen; denn es ist nicht nöthig, alles Wasser aus dem Schlauch zu entfernen; häufig reicht schon ein kleiner Theil hin, die Wassersäule innerhalb der Wirkungsfähigkeit der Maschine zu bringen, was in Zeit von 1 oder 2 Secunden geschehen kann. Das Schließen und Oeffnen des Hahns D kann nach dem Commando geschehen. Zweitens ist man mit Hülfe dieses Hahns im Stande, zu jeder Zeit den Schlauch augenbliklich zu entleeren, bevor man ihn von dem Gebäude wieder herabläßt.

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