Titel: Verfahren die Vermischung eines Wollengewebes mit Baumwolle und eines Baumwollengewebes mit Wolle zu erkennen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. XIX./Miszelle 10 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087019_10

Verfahren die Vermischung eines Wollengewebes mit Baumwolle und eines Baumwollengewebes mit Wolle zu erkennen.

Sehr viele Gewebe werden im Handel als ganz wollen verkauft, während sie doch mit Baumwolle untermischt sind. Es gibt zwar mehrere Mittel, um dieses zu erkennen; sie stehen aber weder den Kaufleuten, noch den Käufern immer zu Gebot. So kann z.B. die Form und Dike, welche eine Wollenfaser unter dem Mikroskope zeigt, zur Erkennung derselben in einem Gewebe dienen. Doch erfordert dieses Mittel einen Apparat, der nicht überall zu finden ist und dessen Anwendung schon gelernt seyn will. – Hr. Lassaigne bedient sich hiezu der Salpetersäure, welche bei gehöriger Einwirkung die Wolle gelb färbt, bei den Baumwollfäden aber keine Veränderung hervorbringt. Er befeuchtet nämlich das zu prüfende Gewebe mit Salpetersäure und läßt es 7 bis 8 Minuten auf einem Porzellanteller liegen; im Sommer sezt man es den Sonnenstrahlen aus im Winter sezt man es auf die Marmorplatte eines mäßig erwärmten Ofens. Nach der angegebenen Zeit sind alle Wollenfasern gelb gefärbt, die Baumwollfasern |80| aber bleiben weiß. Man wascht das Muster gut aus, windet es aus, läßt es ausgebreitet troknen, und kann dann mit freiem Auge oder mittelst der Lupe jeden einzelnen Faden erkennen und zählen. Bei gefärbten Zeugen muß man die Säure etwas langer einwirken lassen, um den Farbstoff aufzulösen oder zu zersezen. (Echo du monde savant, 1842, No. 39.)

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