Titel: Verdorbenes Kommißbrod.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. XIX./Miszelle 12 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087019_12

Verdorbenes Kommißbrod.

Hr. Gaultier de Claubry theilte der Société de Pharmacie in Paris mit, daß im Monat August des Jahres 1841 eine große Menge Kommißbrode sich an verschiedenen Stellen mit einem rothen Pulver überzogen zeigten und einen widrigen Geruch von sich gaben, was ihren Gebrauch nicht gestattete. Es waren dieß die leicht zu erkennenden Keimkörner einer Pflanze, wahrscheinlich eines Penicillium. Sehr troken aufbewahrtes Brod erfahrt diese Veränderung erst nach 6, 8, auch 10 Tagen, und da geht die Entwikelung der Pflanzen nur schwer vor sich. An einem feuchten Orte fand sie in 3 bis 4 Tagen statt. Vollkommen von Wasser durchzogene Brodschnitten entwikeln in kürzester Zeit, in Einem Tag schon, eine lebhafte Vegetation. Diese tritt ferner im Dunkeln, bei zerstreutem und directem Licht ein; in absoluter Finsterniß jedoch verkümmern die Pflanzen. Wird ein Stük Brod mit diesen Keimkörnern bestreut, so entwikeln sich diese Pflänzchen höchst schnell. – Das von der Militarökonomie im Jahre 1841 angewandte Getreide und Mehl enthält diese Keimkörner. Die Produkte von 1842 zeigten keine. Um diese auch in anderen Garnisonen und im Brode zweier Bäker der Hauptstadt vorgekommenen Erscheinungen zu vermeiden, brauchte der Teig nur mit weniger Wasser angemacht, besser durchgeknetet und in weniger erhizten Oefen gebaken zu werden. Auch erhielt man viel besseres Brod durch Beimengen von Mehl vom J. 1842. (Journal de Pharmacie, Nov. 1842, S. 457.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: