Titel: Ueber Hängebrüken mit Bändern aus gewalztem Eisenblech; von Flachat und Petiet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. XIX./Miszelle 3 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087019_3

Ueber Hängebrüken mit Bändern aus gewalztem Eisenblech; von Flachat und Petiet.

Hr. Muel Doublat, Hammerwerksbesizer in Abainville (Meuse) ließ im Jahre 1834 eine kleine Hängebrüke erbauen, um zwei durch das sein Werk speisende Wasser getrennte Theile seines Etablissements in Verbindung zu sezen. Aus Hängstüke benuzte man Bänder von gewalztem Eisen, welche mittelst gußeiserner Hülsen verbunden wurden.

Dieses System, welches sich bestens bewahrte, wurde im J. 1840 über die Seine, zwischen dem Gehölze von Boulogne und der Gemeinde Suresne, vom Brüten- und Straßenbau Ingenieur Hrn. Surville im Großen ausgeführt. Diese Brüke besteht aus drei Abtheilungen von Zimmerwerk, wovon die größte 63 Meter, die beiden anderen jede 43,50 Meter Oeffnung hat, was eine Gesammtlänge zwischen den äußersten Widerlagen von 150 Metern ausmacht. Die Breite zwischen den Brustwehren beträgt 6,66 Meter.

Aufgehängt ist diese Brüke auf jeder Seite an einem einzigen Tau, das aus zwanzig übereinander gelegten, 0,081 Meter breiten und im Durchschnitt 0,004 Meter diken, von Walzwerken bezogenen eisernen Bändern gebildet wird. Das Eisen wird zu diesem Zwek in ziemlich lange dünne Bleche von sehr glatter, glänzender Oberfläche verwandelt; indem dasselbe in dunkler Rothglühhize durch die Walze geht, erfährt es eine Art Härtung, ähnlich der Wirkung des Zieheisens auf den Eisendraht.

Die Bänder sind, der Entfernung der zehn Hülsen von einander entsprechend, 14 Meter lang, jede dieser eisernen Hülsen oder Büchsen dient zur Verbindung zweier Bandanfänge und zweier Bandenden. Ein über die ganze Oberfläche hin vertheilter, sehr kräftiger Zusammenhalt wird durch vier Nieten bewerkstelligt.

Die Vorüberleitung des Taues an den Pfeilern ist mit der erforderlichen Verlässigkeit ausgeführt. Jedes Tau endigt in Schnallen, durch welche die Ankerbolzen gehen.

Die verschiedenen Proben, welchen man die Eisenbänder unterwarf, gewährten die Ueberzeugung, daß sie besseren Widerstand leisten als die Stangenketten; auch sind sie nicht so schwer, kommen billiger und können eben so lange dauern, obwohl das Blech mehr zertheilt ist, indem die einzelnen Theile, gegen einander gedrükt, keinen Raum zwischen sich lassen und in ihrer äußeren Oberfläche noch beschrankter sind, als die Stangenketten. Im Vergleich mit den Drahtketten werden sie vom Roste nicht so angegriffen, weil ihre Gesammtoberfläche viel kleiner ist als die der Drahtketten, welche eine Menge leerer Räume einschließend, jeder Art von Zerstörung ausgesezt sind; sie theilen die Sicherheit dieser lezteren und kommen ihnen in Betreff der Kosten der ersten Herstellung nahe.

Die Suresner Brüke wurde im Monat August 1841 vollendet und mit dem Anfang des Jahres 1842 dem Verkehr geöffnet, seit welcher Zeit nicht das mindeste daran gebrochen und nicht die geringste Störung eingetreten ist. (Bulletin de la Société d'Encouragement, Nov. 1842, S. 456.)

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