Titel: Darstellung des Queksilbersublimats durch directes Zusammenbringen seiner Bestandtheile.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. XIX./Miszelle 6 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087019_6

Darstellung des Queksilbersublimats durch directes Zusammenbringen seiner Bestandtheile.

Man glaubte bisher, daß das Queksilber sich mit dem Chlor zu Chlorid direct nicht anders verbinden kann, als bei seinem Siedepunkt, d.h. ungefähr 360° R. Dr. Thomson bewies vor der pharmaceutischen Gesellschaft zu London, daß diese Verbindung bei einem viel niedrigeren Wärmegrad, nämlich bei 400° F. (164° R.) erfolgen kann. Er bediente sich hiezu einer langen, in der Mitte zu einer Kugel ausgeblasenen Röhre, welche an ihrem einen Ende mit einem Chlorentwikelungs-Apparate communicirte. Das in der Kugel befindliche Queksilber wurde inmitten eines Stromes Chlorgas durch eine Lampe erhizt und verbrannte bald mit blaßblauer Farbe unter Bildung von Chlorid, welches sich im Recipienten in Gestalt von Nadeln anlegte. Der so erhaltene Sublimat kann nach Thomson wohlfeiler in den Handel geliefert werden, als der in Broden; die Krystalle sind übrigens so fein, daß sie in den meisten Fällen ohne das beschwerliche und kostspielige Pulverisiren angewandt werden können. Ungeachtet dieser Vortheile konnte Thomson aber wegen des Vorurtheils zu Gunsten des Sublimats in Broden wenig Abnehmer für sein Präparat finden; er nahm ein Patent auf sein Verfahren und errichtete eine Fabrik, um dasselbe im Großen auszuführen. (Journal de Pharmacie. Nov. 1842, S. 435.)

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