Titel: Jodfabrication in einer chemischen Fabrik bei Glasgow.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. XIX./Miszelle 7 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087019_7

Jodfabrication in einer chemischen Fabrik bei Glasgow.

Man fabricirt das Jod aus Kelp, der verschlakten Asche der Meergräser auf den Orkneyinseln und den irischen Küsten. Der Kelp wird in kleine Stüke zerschlagen, mit heißem Wasser eingeweicht, die Lauge nach 14 Tagen abgelassen, abgedampft, wobei Chlorkalium in Krusten anschießt. Hierauf wird durch weiteres Abdampfen und Krystallisiren wenig Glaubersalz, zulezt aus der concentrirten Lauge etwas kohlensaures Natron erhalten. Die Mutterlauge, welche nun übrig bleibt, ist das Material, aus welchem Jod geschieden wird. Sie wird mit Schwefelsäure gemischt abgedampft, um Salzsäure auszutreiben, dann mit Braunstein versezt in eiserne, mit Blei ausgekleidete Blasen geschüttet und der Destillation unterworfen. Aus jeder Blase leiten zwei Helmröhren die Gase und Dampfe durch zwei Aludelstrange, deren jeder aus vier Aludeln besteht, in denen sich das Jod condensirt und in Blattern ansezt; etwas Salzsäure und Brom scheiden sich ebenfalls in denselben ab. Die Flüssigkeit wird sodann aus den Aludeln entfernt, das Jod herausgenommen und abgetroknet. 1 Pfd. Jod kostete 6 Sh. (2. Thlr.), die Tonne Chlorkalium 12 Pfd. St.; es wird an die Alaunhütten, |79| der abgelaugte Rükstand vom Kelp getroknet an die Grünglashütten verkauft. (Schubarth in Verhandl. des Vereins für Beförd. des Gewerbfl. in Preußen, 1842, S. 479.)

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