Titel: Brennmaterial-Ersparung bei Locomotiven.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. XLII./Miszelle 2 (S. 155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087042_2

Brennmaterial-Ersparung bei Locomotiven.

Das Directorium der belgischen Eisenbahnen richtete in der jüngsten Zeit seine Aufmerksamkeit besonders auf die Ersparung von Brennmaterial bei den Locomotiven. Es wurde berechnet, daß die Heizung der Kessel allein beinahe die Hälfte der ganzen Kosten des Eisenbahnbetriebs ausmacht. Das nun theilweise eingeführte System beruht darauf, daß jeder Oberingenieur für die Quantität Steinkohlen, welche er verbraucht, verantwortlich ist. Demgemäß wurde mit jedem derselben eine Rechnung eröffnet, in welche die Anzahl Meilen, welche er zu befahren hat und die Zeit, welche die Locomotive sich an den Stationen aufhält, genau aufgenommen werden. Alle drei Monate prüft eine Commission von Ingenieurs die Rechnung und bestimmt das Maximum der zu verbrauchen gestatteten Steinkohlen. Die Differenz, welche sich durch Abziehen des wirklichen Verbrauchs vom bestimmten Maximum ergibt, ist der Betrag der Ersparniß und berechtigt den Ingenieur zu einer Prämie von 25 Proc. von jedem Hektoliter. Der Ingenieur erhält jeden Monat Anweisungen auf 100 bis 500 Hektoliter Kohlen, welche für alle Stationen gelten. – Es ist mit dieser Einrichtung noch ein Vortheil verbunden, daß nämlich der Aufenthalt auf Zwischenstationen die vorgeschriebene Zeit nicht überschreitet) indem die ganzen Feuerungskosten eines längeren Aufenthalts, was immer Schuld an demselben seyn mag, dem Ingenieur zur Last fallen. Die zur ursprünglichen Erzeugung des Dampfes behufs des Abfahrens nöthige Menge Brennmaterial ist Gegenstand einer besonderen Rechnung mit dem Ingenieur und die Einrichtung hat nebenbei das Gute, daß man sich von der Sorgfalt und Verlässigkeit des angestellten Personals überzeugt. (Mechanics' Magazine, 1842, No. 1004, S. 432.)

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