Titel: Verfahren das Holz für Mastbäume, Spieren etc. zusammenzuleimen, worauf sich Alfred Jeffery am 15. April 1842 ein Patent ertheilen ließ.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. XLII./Miszelle 4 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087042_4
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Verfahren das Holz für Mastbäume, Spieren etc. zusammenzuleimen, worauf sich Alfred Jeffery am 15. April 1842 ein Patent ertheilen ließ.29)

Das Verfahren besteht in der Anwendung eines in Wasser unlöslichen und den gewöhnlichen an Elasticität übertreffenden Leims, um Bauholzstüke, aus welchen Mastbäume u. dgl. zusammengesezt werden können, mit einander zu vereinigen und klüftige Stüke dauerhaft zu machen. Dieser Jeffery'sche Schiffsleim (Jeffery's marine glue) wird entweder mit oder ohne Kautschuk bereitet.

Bei der Bereitung des Leims mit Kautschuk vermischt man 1 Pfd. in dünne Streifen geschnittenen Kautschuk mit 4 Gallons rohen Steinöhls und rührt öfters um, bis der Kautschuk gelöst ist und die Lösung die Consistenz eines diken Rahms angenommen hat, was in 10 bis 12 Tagen der Fall ist. Man sezt nun zwei Gewichtstheile Gummilak oder Schellak zu einem Theil der Lösung und bringt die Mischung in ein unten mit einem Hahn versehenes, eisernes Gefäß, erhizt dieses und rührt um, bis die Mischung völlig gleichartig ist. Der nun fertige Schiffsleim wird durch den Hahn, so lange er noch warm ist, abgelassen, und behufs der Abkühlung auf Steinplatten gegossen.

Der andere, kautschukfreie, Leim besteht aus einem Gewichtstheil rohen Steinöhls und 2 Theilen Gummilak oder Schellak, welche eben so wie oben der Lak und sein Lösungsmittel mit einander verbunden werden.

Beim Gebrauch wird der Leim in einem eisernen Gefäße auf 250° F. (97° R.) erhizt und auf die zu vereinigenden Flächen aufgetragen. Da beide Arten Leim bald kalt und hart werden, müssen sie wieder aufgeweicht werden, wenn dieß eintritt, ehe die Stüke gehörig mit einander verbunden sind, was durch Erwärmung auf 140° F. (48° R.) mittelst erhizten Eisens oder dergl. geschieht.

Klüftige Stüke werden durch Ausfüllen der Sprünge mit auf 250° F. (97° R.) erhiztem Leim dauerhaft gemacht. (Aus dem London Journal of arts. Dec. 1842, S. 371.)

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Man vergl. polytechn. Journal Bd. LXXXV. S. 461.

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