Titel: Verfahren den Indig zu sublimiren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. LXXXV./Miszelle 11 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087085_11

Verfahren den Indig zu sublimiren.

In der Chemical Gazette, 1843, No. 5 empfiehlt Thomas Taylor dazu folgendes Verfahren: man vermengt gepulverten Indig mir seinem halben Gewichte Gyps; dem Ganzen wird dann so viel Wasser zugesezt, daß ein dünner Teig entsteht. Dieser wird 1/8 Zoll hoch eben über eine Eisenplatte ausgebreitet und der Luft oder mäßiger Warme ausgesezt, bis er ziemlich ausgetroknet ist. Wird nun die Platte unten mittelst einer großen Weingeistlampe erwärmt, so beginnt der Indig zu rauchen, einen unangenehmen Geruch zu entwikeln und bedekt sich in ein paar Minuten mit einem dichten purpurrothen Dampf, welcher sich zu glänzenden Prismen von intensiver Kupferfarbe verdichtet und einen diken sammetartigen Ueberzug auf der der Hize unmittelbar ausgesezten Fläche bildet. Hört dieser auf sich zu bilden, so wird auch mit dem Erhizen nicht mehr fort |319| gefahren und es können die sublimirten Krystalle sogleich hinweggenommen werden, ohne die darunterliegende Masse im geringsten aus ihrer Lage zu bringen. Hr. Taylor erhielt auf diese Weise ohne besondere Sorgfalt 15 bis 17 Proc. sublimirten Indig. Der Proceß gewährt einen überaus schönen Anblik, geht in ein paar Minuten vor sich und kann mit jeder beliebigen Quantität vorgenommen werden. Zur vollständigen Reinigung muß der sublimirte Indig noch mit Alkohol oder Aether gewaschen werden. – Der Gyps wird dem Indig zugesezt, damit die Paste beim Troknen keine Sprünge bekommt. Am besten ist es, die Masse zu einem 2 Zoll breiten Streifen zu bilden, die Lampe an einem Ende unterzusezen und allmählich mit der Erzeugung des Sublimats vorzuschreiten. Die Hize einer Argand'schen Lampe ist zur Bildung großer Krystalle kaum hinreichend. Sollte der Indig Feuer fangen, so läßt man, um ihn zu löschen, sogleich einen Tropfen Wasser darauf fallen. Walter Crum's Verfahren gab ungefähr eben so viele Procente Sublimat; es ist aber zu umständlich.

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