Titel: Beard's Verfahren Daguerre'sche Lichtbilder buntfarbig zu bemalen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. LXXXV./Miszelle 3 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087085_3

Beard's Verfahren Daguerre'sche Lichtbilder buntfarbig zu bemalen.

Richard Beard ließ sich am 10. März 1842 in England folgende Methode patentiren, die Daguerre'schen Bilder mit bunten Farben zu versehen. Das Lichtbild kommt in einen rechtwinklichen Rahmen, dessen Rand 1/20 Zoll hoch über das Bild vorsteht. Ueber diesen Rahmen legt man ein Stük Glas oder Glimmer und zeichnet darauf mit Farbe die Conturen derjenigen Theile des Bildes, welche gefärbt werden sollen. Mittelst dieser Zeichnung bereitet man sich nun eine Anzahl Patronen, eine für jede Farbe. Jede Patrone besteht aus einem leichten rechtwinklichen Rahmen, der mit Zeichnenpapier belegt ist, auf welches die Conturen aller derjenigen Theile gezeichnet sind, welche gleiche Farbe erhalten müssen und der innerhalb der Conturen befindliche Raum ist ausgeschnitten; wenn man den Rahmen oder die Patrone auf das Bild legt, wird das Zeichnenpapier folglich alle Theile desselben bedeken, mit Ausnahme derjenigen, welche eine gleiche Farbe erhalten sollen.

Die anzuwendenden Farben werden mit einer schwachen Auflösung von arabischem Gummi, Hausenblase etc. zu einem unfühlbaren Pulver zerrieben, in einem Ofen (bei der Siedhize des Wassers) ausgetroknet und dann durch ein feines Sieb geschlagen, wo sie dann angewandt werden können.

Man verschafft sich nun eine Anzahl Büchsen oder Kästchen (so viele als man Farben anwendet) von hinreichender Größe, um das Bild hineinbringen zu können. In jede Büchse gibt man etwa 50 Gran Farbe und schlägt leztere mit einer großen weichen Bürste so lange, bis ein Staub in der Büchse hervorgebracht ist, worauf man das Bild, mit einer Patrone bedekt, hineinbringt; der Staub sezt sich dann auf der Patrone und auf den von ihr nicht bedekten Theilen des Bildes ab. Hierauf wird das Bild herausgezogen, die Patrone davon abgehoben und die überflüssige Farbe mittelst eines kleinen Blasebalgs von dem Bild beseitigt, worauf man die rükständige Farbe durch Anhauchen desselben darauf befestigt. Durch das Anhauchen löst sich nämlich der Gummi zum Theil auf und die Procedur ist nun beendigt.

Der Patentträger gibt noch zwei andere Methoden an, um farbige Lichtbilder darzustellen. Eine besteht darin, mit Gummiwasser angerührte Farben mittelst eines Haarpinsels auf die untere Seite des Glases aufzutragen, welches über das Lichtbild gelegt wird, so daß man lezteres farbig hindurchsieht. Die zweite Methode besteht darin, die Farben als trokenes Pulver mittelst kleiner |316| Bürsten auf das Lichtbild zu tupfen oder zu punktiren und dann durch Anhauchen desselben zu fixiren. (London Journal of arts, Dec. 1842, S. 358.)

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