Titel: Ueber Fabrication der metallenen Schreibfedern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. LXXXV./Miszelle 6 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087085_6

Ueber Fabrication der metallenen Schreibfedern.

Die Fabrication der metallenen Schreibfedern ist eine Industrie, welche seit mehreren Jahren bekanntlich einen ungemeinen Aufschwung erhielt. Es wurden sehr viele Versuche angestellt, um einen Stahl zu erzielen, welcher die erforderlichen Eigenschaften besizt, um den Spalt in die Federn zu machen; der Spalt muß nämlich erstens sehr fein und zart seyn und darf die beiden Theile des Schnabels nur so wenig als möglich trennen; zweitens darf sich das zu seiner Verfertigung dienende Instrument nicht zu schnell abstumpfen. Nachdem man alle Sorten Stahl, auch den Cementstahl dazu versucht hatte, der eine jedoch zu grob, |317| der andere zu weich befunden wurde, die meisten aber in Folge des Härtens der feinen Schneide aussprangen (schartig wurden), ließ ein Werkmeister (durch das Dengeln der Sensen darauf geleitet) ein Stük Stahl mehrere Stunden nacheinander nicht stark, aber ganz gleichmäßig fort hämmern. Das Instrument diente sodann zum Spalten einer großen Anzahl Federn, ohne auszuspringen oder stumpf zu werden. Dasselbe Verfahren gelang bei jedesmaliger Wiederholung. Ein so durch Hämmern präparirter Stahl spaltet die Metallfedern aller Art; die Schneide eines derartigen Instruments ist bekanntlich dünner als die eines Rasirmessers, und es muß 8 bis 12 Stunden fortwährend zum Spalten der Federn gebraucht werden können, ohne daß die Schneide dazwischen wieder hergestellt zu werden braucht. (Moniteur industriel. 12. Jan. 1843.)

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