Titel: Ueber Steinbrechen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. LXXXV./Miszelle 7 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087085_7

Ueber Steinbrechen.

Wenn es sich darum handelt, große Steinblöke von der sie umgebenden Masse zu trennen, wendet man in Nordamerika folgendes Verfahren an. Man macht mit dem Meißel ein mehrere Zoll tiefes Loch in der erforderlichen Richtung und füllt es dann mit Brennmaterial, welches man so lange brennend erhält, bis sich das Gestein stark erhizt hat. Das Gestein dehnt sich durch die Hize aus; man beseitigt nun das Brennmaterial und gießt sogleich kaltes Wasser in das Loch; die plözliche Zusammenziehung des Gesteins verursacht dann, daß es sich augenbliklich zerspaltet. Auf diese Weise lassen sich 80 Fuß lange und 6 Fuß dike Blöke leicht ausbrechen. – Auf eine analoge Weise umgeht man in Frankreich die Anwendung mechanischer Kraft beim Abspalten der Mühlsteine. Dieselben sind bekanntlich Cylinder von sehr kleiner Höhe im Vergleich mit ihrem Durchmesser, und das Gestein, woraus sie verfertigt werden, ist ungemein hart. Man verschafft sich dazu eine sehr hohe runde Steinsäule von dem erforderlichen Durchmesser. Es wäre eine ungeheure Arbeit, einzelne Abschnitte derselben mittelst der gewöhnlichen Steinsäge loszutrennen. Man meißelt daher in regelmäßig aufeinanderfolgenden Entfernungen rings um die Säule herum Löcher aus, in welche man des Abends trokene Holzkeile eintreibt. Der während der Nacht fallende Thau wird vom Holz absorbirt und dehnt es mit einer so unwiderstehlichen Kraft aus, daß man am Morgen alle Steine gehörig abgespalten findet. Dr. Lardner: Lectures in the United States.

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