Titel: Aezgrund für Kupferstecher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. CVI./Miszelle 5 (S. 394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087106_5

Aezgrund für Kupferstecher.

Zur Bereitung desselben gibt Lawrence, ein englischer, in Paris wohnender Künstler, folgende Vorschrift:

Man nimmt Jungfernwachs und Asphalt, von jedem 4 Loth; schwarzes Pech und burgundisches Pech, von jedem 1 Loth. Das Wachs und das Pech werden in einem neuen glasirten irdenen Topfe geschmolzen, und dann sezt man den fein gepulverten Asphalt allmählich zu. Man läßt das Ganze so lange auf dem Feuer in gelindem Aufkochen, bis eine davon genommene Probe nach dem Erkalten bricht, wenn man sie zwei- oder dreimal zwischen den Fingern doppelt zusammen biegt; gießt es dann in warmes Wasser und knetet es darin zu Kugeln, die man zum Gebrauch aufbewahrt. Beim Zusammenschmelzen muß beständig umgerührt und eine zu starke, die Harze verkohlende Hize vermieden werden. Es ist zwekmäßig, den Aezgrund im Sommer etwas härter zu bereiten, als im Winter, und zu diesem Ende entweder ihn länger kochen zu lassen, oder etwas mehr Asphalt zuzusezen. Um mit diesem Aezgrund eine Kupferplatte zu überziehen, spannt man die leztere an einer ihrer Eken in einen Feilkloben fest ein, um sie bequem halten zu können, erwärmt sie über einem mäßigen Kohlenfeuer; überstreicht sie in geraden Zügen mit einer in Taffet eingeschlagenen Kugel von Aezgrund (der dabei durch die Poren des Zeuges schwizt und sich an das Kupfer hängt), und bewirkt dann die gleichmäßige Vertheilung des Ueberzugs durch Betupfen mit einem Bäuschchen Baumwolle, welches ebenfalls in Taffet eingeschlagen ist. Zulezt beräuchert man die Platte, um den Aezgrund undurchsichtig zu machen, und den beim Arbeiten störenden Glanz des durchschimmernden Kupfers zu verbergen, über der Flamme eines Wachsstoks oder eines Stükes Kienholz.

Der sogenannte florentinische Aezgrund, welchen Callot gebrauchte, wird aus klarem Leinöhlfirnisse (Malerfirniß) bereitet, dem man, nachdem er in einem glasirten irdenen Topf erhizt ist, ein gleiches Gewicht Mastix unter Umrühren zusezt. Die gehölig zusammengeschmolzene Mischung wird durch feine Leinwand in eine Flasche filtrirt, worin man sie aufbewahrt. Um diesen Aezgrund zu gebrauchen, wird er mit dem Pinsel auf die erwärmte Kupferplatte aufgetragen, mit dem baumwollenen Tupfer recht gleichmäßig vertheilt und dann getroknet, indem man die Platte so lange über dem Feuer läßt, bis der Firniß zu rauchen aufhört. (Aus Karmarsch's u. Heeren's techn. Wörterbuch von Ure, Bd. I. S. 77.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: