Titel: Ueber die Anwendung atmosphärischer Luft gemeinschaftlich mit Pulver beim Schießen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 87, Nr. CXXI./Miszelle 5 (S. 474)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj087/mi087121_5

Ueber die Anwendung atmosphärischer Luft gemeinschaftlich mit Pulver beim Schießen.

Aus Versuchen von Charles Thornton Coxthupe geht hervor, daß die Wirkung des Pulvers in einem Laufe, wenn die Kugel nicht bis auf die Pulverladung gesezt wird, sich sehr verstärkt. Eine Ladung auf gewöhnliche Weise schoß die Kugel durch 5 3/4 zöllige erlene Bretter und blieb im sechsten Brett sizen, während eine Ladung mit 1 Volumen Pulver und 1 Volumen Luft die Kugel durch sechs Bretter trieb, wobei sie im siebenten Brett steken blieb. Die allgemeine Annahme, daß der Lauf springt, wenn die Kugel nicht bis auf das Pulver heruntergestoßen wird, ist dadurch widerlegt; es kommt nur darauf an, daß der Lauf die gehörige Stärke besizt, um die vermehrte Kraft auszuhalten. Will man eine Erklärung dieser Erscheinung versuchen, so läßt sich annehmen, daß die mit in den Lauf eingeschlossene Luft durch die bei der Explosion des Pulvers entwikelte Wärme ausgedehnt wird, und also dazu beiträgt, die Kugel aus dem Laufe zu treiben, ferner, daß die Luft auch die vollkommene Verbrennung des Pulvers befördert. Es läßt sich auf diese Weise eine Ersparung an Pulver um beiläufig 20 Proc. erzielen. Einrichtungen, um beim Laden das gehörige Maaß der Luft zu treffen, sind nicht schwer zu bewerkstelligen. Wurfgeschosse und Kanonen dürften sich für ein Gemisch von Luft und Pulver vielleicht besser eignen als Handgeschosse. (Mechanics' Magazine, Dec. 1842.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: