Titel: Hall's rauchverzehrende Oefen besonders für Locomotiven und Dampfmaschinen.
Autor: Hall, Samuel
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. LXXXI. (S. 325–328)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/ar088081

LXXXI. Verbesserungen an Oefen hinsichtlich der Brennmaterial-Consumtion und Rauchverzehrung, insbesondere in Anwendung auf Locomotiven und andere Dampfmaschinen, worauf sich Samuel Hall, Civilingenieur zu Basford, am 9. Mai 1842 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. April 1843, S. 178.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Vorliegende Verbesserungen beziehen sich auf den in den Specificationen des Patentträgers vom 24. Junius 1836, vom 30. Jul. 1838 und vom 14. Jan. 1841 beschriebenen Apparat, und haben den Zwek, die Brennmaterialconsumtion und Rauchverzehrung noch vollständiger zu Stande zu bringen.

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Die Figuren 31 und 32 stellen die Erfindung in Anwendung auf den Ofen eines gewöhnlichen kofferförmigen Dampfkessels dar; Fig. 31 ist ein Längendurchschnitt durch die Mitte des Ofens und Fig. 32 ein Horizontaldurchschnitt durch die Feuercanäle. a ist die Feuerstelle; b die Brüke; c der Feuercanal; e, e zwei Metallplatten, zwischen denen der Rauch und die heißen Gase aus dem Canal c in den Schornstein d ziehen. Zwischen diesen Platten ist eine Anzahl Röhren f, f befestigt, welche sich oben in die freie Luft und unten in den Luftheizungscanal g endigen. Dieser Canal zieht sich unter dem Feuercanal bis nach der Feuerbrüke b hin, wo er sich rechts und links in zwei kleinere Canäle h, h verzweigt, von denen kleine Oeffnungen in den Feuerraum gehen. Der Zug des Kamins erzeugt einen Luftstrom, welcher durch die Röhren f, f hinabgeht, die Luftcanäle g und h durchzieht und durch die Oeffnungen i, i ins Feuer gelangt. Nachdem die Temperatur dieser Luft auf ihrem Weg durch die Röhren f, f und die Canäle g und h bedeutend erhöht worden ist, vermischt sie sich mit dem aus dem Brennmaterial sich entwikelnden Rauch und den unbrennbaren Gasen und verzehrt sie vollständig.

Die Figuren 33 und 34 stellen die Erfindung in Anwendung auf einen Waschkessel, Färbekessel oder dergleichen dar. Fig. 33 ist ein Verticaldurchschnitt und Fig. 34 ein Horizontaldurchschnitt durch den Feuercanal. a ist die Feuerstelle; b der in das Kamin c sich einmündende Feuercanal. Eine Reihe von Röhren tritt durch das Mauerwerk unterhalb des Feuercanals in den Ofen, um den Rauch oder die inflammablen Gase mit der zu ihrer Verbrennung nöthigen Luft zu vermengen. Die Luft kann unmittelbar aus dem Freien hergeleitet, oder auch durch ein in dem Feuercanal, wie in Fig. 31 und 32 angeordnetes Röhrensystem erwärmt werden.

Fig. 35 stellt die Erfindung in Anwendung auf einen Bäkerofen dar. a ist die Feuerstelle; b der Aschenfall; c, c sind die mit der Feuerstelle parallel laufenden Luftcanäle und d, d die Oeffnungen, welche die kalte oder erwärmte Luft in den Feuerraum führen; e ist die Oeffnung, durch welche die Flamme in den Bakofen spielt.

Der Patentträger beschrieb in der Specification des oben erwähnten Patentes vom Jahre 1838 eine Methode, den Oefen der Marinedampfkessel und anderer Dampfkessel ähnlicher Construction Luft beizubringen, indem er innerhalb der Wasserräume gebogene Röhren einsezte, welche Luft aus dem Aschenfall nach dem Feuerraume oberhalb des Brennmaterials leiteten. Die oberen Enden dieser Röhren mündeten nämlich in den Feuerherd und die unteren in den Aschenfall. Die Röhren waren vermittelst doppelter Muttern dampf- und wasserdicht an dem Dampfkessel befestigt.

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Eine der Verbesserungen des vorliegenden Patentes, welche sich auf einen solchen Apparat bezieht, besteht in der Befestigungsweise der eben erwähnten Röhren. Anstatt der doppelten Muttern werden konische Zwingen in die offenen Enden der Röhren fest eingetrieben, gerade so wie dieß bei der Befestigung der Feuerröhren der Locomotivdampfkessel der Fall ist. Fig. 36 stellt diese Verbesserung dar; a ist die Feuerstelle; b der Aschenfall; c, c sind die innerhalb des Wassers angeordneten Röhren, deren obere Enden in den Feuerraum und deren untere Enden in den Aschenfall sich münden; d, d sind die fest eingetriebenen Schlußzwingen.

Die Figuren 37 und 38 stellen die Verbesserungen in Anwendung auf den Röhrendampfkessel einer Locomotive dar. Fig. 37 ist ein Längendurchschnitt durch die Mitte der Maschine, und Fig. 38 ein Horizontaldurchschnitt des Ofens nebst Apparat nach der Linie uu, Fig. 37. a und a¹ sind die gewöhnlichen Röhren und zwar a¹ solche, die in Luftzuführungsröhren verwandelt sind. Diese liegen in größerer oder geringerer Anzahl zwischen den andern Röhren zerstreut. In die Enden der Röhren a¹ sind die Röhren a² eingefügt, welche sich ins Freie münden und die aufgefangene Luft dem Feuer zuführen. a³, a³, a³ sind kleine, das Feuer umgebende Röhren, welche die atmosphärische Luft mit den aus dem Brennmaterial sich entwikelnden brennbaren Gasen und Rauch oberhalb des Feuers in Verbindung bringen; a⁴, a⁴ sind mehrere Röhren oder Oeffnungen, welche die Luft dem unteren Theile des Ofens zuführen und ins Brennmaterial leiten. c, c, c sind Wasserräume, die mit dem Dampfkessel in Verbindung stehen. Eine Anzahl Röhren d, d dient dazu, dem Brennmaterial noch mehr Luft zuzuführen, die durch e von Unten her in den Apparat tritt. Da der Luftzug durch das Röhrensystem a², a³, a⁴ wenn die Maschinen still stehen und kein Dampf durch den Rauchfang strömt, sehr schwach ist, so bringt der Patentträger eine Röhre w nebst Ventil x an dem Dampfkessel an, durch welche man beim Stillstand der Maschine etwas Dampf in den Rauchfang einströmen lassen kann, um den Luftzug zu erhöhen.

An der Röhre w ist ein Hahn w¹ angebracht, um eine Quantität Dampf von irgend einem andern Kessel herbeileiten zu können. Diese Anordnung hat den Zwek, den Luftzug beim Anmachen des Feuers zu vermehren, um die Dampfentwikelung zu beschleunigen. Der zur Erregung eines Luftzugs nöthige Dampf kann auch vermittelst einer besonderen Röhre w², welche man nach Belieben in den Rauchfang herabläßt und wieder zurükzieht, aus irgend einem andern Dampfkessel herbeigeleitet werden.

B, B, Fig. 37 und 38 ist eine gebogene Metallplatte, welche mit |328| einer großen Anzahl von Löchern durchbohrt ist, deren Gesammt-Flächeninhalt mindestens dem Querschnitte des Rauchfanges gleichkommt, wo möglich aber doppelt so groß als derselbe ist. Durch diese Löcher entweichen alle gasartigen Stoffe in den zwischen der Platte B, B und der Rauchkammer befindlichen Raum C, C, C und von da in den Schornstein. Diese Platte verhütet zugleich die Entweichung größerer Funken und Kohlenstüke durch den Schornstein. D ist eine mit feinen Löchern durchbohrte Röhre, die vermittelst einer durch einen Hahn verschließbaren Röhre mit der Drukpumpe in Verbindung steht. Mit Hülfe dieser Anordnung kann man nach Belieben einen Wasserstrahl in die Rauchkammer einsprizen. F, F ist ein den Schornstein dampfdicht umgebendes Gehäuse, durch welches man das Wasser auf seinem Wege vom Tender nach dem Dampfkessel circuliren lassen kann, um es vorläufig zu erwärmen; G das von den Pumpen nach diesem Gehäuse oder Mantel führende Wasserleitungsrohr; H eine andere Röhre, welche das Wasser von dem Gehäuse nach dem Dampfkessel führt.

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