Titel: Mögliche Vortheile der Eisenbahnen als Staats-Unternehmungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. XIX./Miszelle 2 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088019_2

Mögliche Vortheile der Eisenbahnen als Staats-Unternehmungen.

Belgien liefert ein schlagendes Beispiel, welche Vortheile die Uebernahme der öffentlichen Arbeiten von Seite der Regierungen dem Publicum darbieten kann. Bis jezt hat der Staatsschaz daselbst aus den Eisenbahnen nur wenig Nuzen gezogen; doch glaubt man, daß sie in diesem oder im nächsten Jahr einen Reinertrag abwerfen werden, welcher den Zinsen der zu ihrer Ausführung nöthigen Anleihen gleich kömmt, so daß sie im Allgemeinen Belgien nichts kosten. Zugleich aber werden diese Bahnen nach einem äußerst wohlfeilen Tarif benüzt. Man reist auf den belgischen Eisenbahnen unter 15 Cent. für die Meile, ein Tarif, welchen keine Compagnie angenommen hätte. Es entspringt hieraus für das Publicum eine Ersparniß an Zeit und Reisekosten. Im Jahr 1840, wo das belgische Eisenbahnennez noch lange nicht vollendet war, wurde berechnet, daß die Eisenbahnen den Reisenden und den Producenten der (sehr unbedeutenden Menge) darauf transportirten |76| Waaren eine Summe von 11 Millionen Francs erspart haben, welche zerfallen in

Geldersparniß für Personen 8,093,900 Fr.
Zeitersparniß für dieselben 2,199,400 –
Geldersparniß für Waaren 644,000 –
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Summe 10,937,300 Fr.

Vertheilt man diese Zahl auf die Bevölkerung der von den damals ausgeführten Eisenbahnen durchzogenen Provinzen, so treffen auf den Einwohner 3,64 Fr., ein Betrag, welcher sich mit der fortschreitenden Vollendung des Nezes vermehrt. – In Belgien berechnet sich im Mittel für den Kopf 23,50 Fr. Steuer; an derselben wurde demnach durch die Errichtung der Eisenbahnen ein Siebentheil erspart. (Aus Chevalier's Vorlesungen über politische Oekonomie am Collège de France. Moniteur industriel, 1843 No. 699.)

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