Titel: Neue Methode reines Silber in metallischem Zustande oder in Form von Oxyd darzustellen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. XIX./Miszelle 6 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088019_6

Neue Methode reines Silber in metallischem Zustande oder in Form von Oxyd darzustellen.

In einer Abhandlung unter diesem Titel bemerkt Dr. W. Gregory, daß die gewöhnlichen Verfahrungsarten zur Bereitung von reinem Silber und seinen Salzen praktische Schwierigkeiten darbieten und unsicher sind, und empfiehlt dann eine neue Methode zu diesem Zwek als sehr sicher, leicht und rasch ausführbar. – Verdünntes und selbst concentrirtes Aezkali wirkt auf Chlorsilber in der Kälte nur wenig ein; ist aber seine Auflösung stark genug und erhizt man sie bis zum Kochen, so wird das Salz vollständig zersezt und in Oxyd verwandelt. Um daher aus kupferhaltigem Silber reines Silberoxyd zu erhalten, löst man es in Salpetersäure auf, präcipitirt die Flüssigkeit mit Kochsalz und wascht das Chlorsilber durch Decantiren mit heißem Wasser gut aus; lezteres wird sodann einen halben Zoll hoch mit Aezkalilösung von 1,25 bis 1,3 spec. Gew. übergossen, wobei man alle Klumpen oder harten Theile mit einer Platinspatel zertheilt und das Ganze zehn Minuten lang kocht oder so lange, bis das Chlorid in ein schweres pechschwarzes Pulver verwandelt ist. Bemerkt man noch weiße Klümpchen, so muß man das Gemisch in einem Mörser zerreiben und wiederholt eine kurze Zeit kochen. Nach gänzlicher Zersezung wird das Oxyd durch Decantiren mit heißem Wasser sorgfältig ausgewaschen.

Das so erhaltene Silberoxyd sieht ganz anders aus, als das aus salpetersaurem Silber durch Aezkali gefällte; es ist ein sehr schweres schwarzes Pulver und wahrscheinlich krystallinisch, während das andere amorph ist. Erhizt man es zum Rothglühen, so gibt es den Sauerstoff ab und es bleibt reines metallisches Silber in schwammiger Form zurük. (Chemical Gazette, März 1843, No. 9.)

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