Titel: Ueber Prüfung der Richtigkeit der Waagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. XXXVIII./Miszelle 4 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088038_4

Ueber Prüfung der Richtigkeit der Waagen.

Die Richtigkeit der Waagen betreffend, ist in Preußen am 3. Jun. 1836 eine Verordnung erschienen und 1842 am 24. Dec. erinnert worden, aus der wir das Wesentliche im Folgenden mittheilen. Da die Richtigkeit einer Waage nicht bloß von der richtigen Eintheilung des Balkens und dem Gleichgewichte der |156| Schalen, sondern überhaupt von der ganzen Einrichtung der Waage abhängt, so gewährt die Stempelung der Waagebalken und Schalen für die fortdauernde Richtigkeit der Waage keine zureichende Sicherheit. Ein jeder, welcher Waaren für Jedermann feilhält, ist daher verpflichtet, oft zu untersuchen, ob seine Waage noch richtig wiegt. Die Richtigkeit zum gewöhnlichen Gebrauch ergibt sich aus folgenden Proben: 1) die Zunge muß bei einer richtigen Waage einstehen, sobald man die Schalen mit genau gleich schweren Gewichten belastet, deren Summe ungefähr der Last gleichkommt, welche die Waage überhaupt zu tragen fähig ist, 2) die Waage muß auch einstehen, sobald man nicht nur die beiden, zur Prüfung benuzten Gewichte, sondern auch die Schalen umwechselt; 3) die Waage muß (sie sey belastet oder nicht), wenn man die eine Schale herunterdrükt, nach der Aufhebung des Drukes nicht in der niedergedrükten Lage verbleiben; die Schalen unter sich müssen gleich schwer seyn; 5) die Waagebalken müssen auch nach Entfernung beider Schalen einstehen, 6) eine Waage muß bei einer Belastung bis zu der größten Last, die darauf gewogen werden kann, auf beiden Seiten dann die Zunge ausschlagen lassen, wenn sie außerdem auf der einen Seite mit einem verhältnißmäßig geringen Gewichte beschwert wird, d.h. eine Waage, welche zum Wiegen von Centnern bestimmt ist, muß mindestens ein Loth angeben. – Nach diesen sechs Versuchen, von denen aber nicht einer, sondern ein jeder das Resultat gewähren muß, welches oben angegeben worden, kann sich der Eigenthümer der Waage überzeugen, ob zur Zeit der Probe die Waage richtig ist. Die executiven Polizeibeamten sind angewiesen, bei den Revisionen der Waagen sich allen sechs Versuchen zu unterziehen, und diejenigen Waagen in Beschlag zu nehmen, bei welchen auch nur einer derselben die Richtigkeit der Waage nicht darthut. (Berliner Gewerbe-, Industrie- und Handelsblatt, 1843, S. 82.)

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