Titel: Die Zwekmäßigkeit kupferner Raumnadeln und Ladestöke beim Sprengen in Bergwerken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. XXXVIII./Miszelle 5 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088038_5

Die Zwekmäßigkeit kupferner Raumnadeln und Ladestöke beim Sprengen in Bergwerken.

Nach den gemachten Erfahrungen entstehen die meisten Unglüksfälle der Bergarbeiter durch Explosion der Bohrlöcher bei der Sprengarbeit, indem entweder durch die Raumnadel oder durch den Ladestok eine zu frühzeitige Entzündung herbeigeführt und es dadurch dem Arbeiter unmöglich gemacht wird, vor Entladung des Bohrloches den Fliehort zu erreichen. Diese zu frühe Entzündung kann erstlich dadurch herbeigeführt werden, daß die Raumnadel, vermittelst welcher in der Bohrmasse ein Zündcanal offen gehalten wird, wenn sie durch das Pulver hindurchgestoßen oder während des Besezens an die Bohrlochwände gepreßt, oder nach geschehener Besezung aus der Bohröffnung gezogen wird und das Nebengestein oder das zur Besezung verwendete Material quarzige Theile enthält, Funken reißt und dadurch eine Explosion bewirkt. Auf gleiche Weise können durch den Ladestok, durch welchen die Besezungsmasse eingestoßen wird, Funken erzeugt und dadurch eine zu frühzeitige Entladung, Explosionen veranlaßt werden. Wenn nun auch nicht alle Momente, als: Elektricität, Luftcompression und das Verhalten des Schiehpulvers als Knallconglomerat ermittelt sind, welche bei der Explosion ebenfalls mitwirken können, und eine vollständige Sicherheit dagegen nur auf genauer Kenntniß der Entstehungsursache beruhen kann, so hat sich doch in dieser Beziehung der Gebrauch von kupfernen Raumnadeln und Ladestöken als sehr ersprießlich bewährt und deren allgemeine Einführung anstatt der eisernen bei allen ärarischen Montanwerken in Oesterreich zur Folge gehabt. Dessen ungeachtet hat das Bergoberamt in Klagenfurt sich überzeugt, daß bei den Privatgewerkschaften theils aus Vorliebe für den hergebrachten Schlendrian, theils der wohlfeileren Anschaffungskosten und der seltener eintretenden Fehlschüsse wegen noch immer eiserne Raumnadeln im Gebrauche sind, in Berüksichtigung der hiedurch drohenden Gefahren für das Leben der Bergleute hat daher diese Behörde den Antrag gestellt, den Gebrauch der genannten eisernen Sprengwerkzeuge beim Bergbau allgemein zu untersagen und die Uebertretung dieses Verbots nach den Vorschriften des Strafgesezbuches über die Sicherheit der Personen zu bestrafen. Die Wiener Hofstelle hat nun diesen Antrag in Verhandlung genommen und darüber ein Gutachten von allen Provincialregierungen abverlangt. (Preußische Staatszeitung.)

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