Titel: Die Ausbesserung der Gummischuhe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. LXI./Miszelle 10 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088061_10
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Die Ausbesserung der Gummischuhe.

Zu den vielen nicht zu verkennenden Vortheilen der Schuhe von Gummi-Elasticum gehört insbesondere auch der, daß sie fast gar nicht der Abnuzung unterliegen, und daß sie, falls durch einen scharfen Stein ein Einschnitt entsteht, sich außerordentlich leicht ausbessern lassen.

Man bedient sich hiezu eines nicht zu diken Stükchens Gummi-Elasticum, dessen Ränder man mit einem nassen, sehr scharfen Messer abschrägen kann, und befestigt dasselbe mittelst Terpenthinöhl auf der durchlöcherten Stelle, und zwar am besten auf der Innenseite des Schuhes. Man betupft nämlich sowohl das zugeschnittene Stük, wie auch die Stelle, auf der es festgeklebt werden soll, einigemal mit Terpenthinöhl (nicht Terpenthin), legt die betupften Flächen aneinander und sezt sie 12 bis 24 Stunden lang aus irgend eine Art, z.B. durch Auflegen eines nicht zu kleinen Steines, einiger Plätteisenbolzen, oder eines Gewichtstükes, einem mäßigen Druk aus, wo dann die Vereinigung der Flächen erfolgt. Die so gedichteten Stellen sind für Wasser so vollkommen undurchdringlich, wie die übrigen unversehrten Stellen des Schuhes.

Daß übrigens die zu verbindenden Flächen vor dem Betupfen mit Terpenthinöhl ganz troken und von anhängendem Staub gereinigt seyn müssen, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Die Wirkung des Terpenthinöhls ist hiebei keineswegs die eines gewöhnlichen Klebmaterials, sondern besteht darin, daß die damit befeuchteten Stellen des Federharzes in gewissem Grade erweichen und sich in diesem Zustande durch einen angebrachten Druk leicht und innig verbinden.

Da sich das angewandte Terpenthinöhl sehr bald verflüchtigt, theilweise auch in dem umgebenden Federharz vertheilt, so gewinnen die verbundenen Flächen in kurzer Zeit wieder ihre vorherige Consistenz. (Gewerbeblatt für das Königreich Hannover.)

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