Titel: Programm der Akademie der Wissenschaften des Instituts in Bologna. Zur Bewerbung um den Aldinischen Preis über Rettungsapparate in Feuersnoth fürs Jahr 1843.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. LXI./Miszelle 14 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088061_14
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Programm
der Akademie der Wissenschaften des Instituts in Bologna. Zur Bewerbung um den Aldinischen Preis über Rettungsapparate in Feuersnoth fürs Jahr 1843.

Die Akademie der Wissenschaften eröffnete im leztverflossenen Jahre zum erstenmal die Bewerbung um die Aldinischen Preise, indem sie als Gegenstand eine Aufgabe aus dem Galvanismus wählte, als einem der beiden Zweige der Physik, welche der verdienstvolle Gründer gedachter Preise durch Errichtung derselben zu beleben strebte. Gegenwärtig muß sie dem Willen des Stifters gemäß als Preisaufgabe für das nächste Jahr, den anderen von ihm vorgeschriebenen Gegenstand, nämlich die Schuz- und Rettungsapparate bei Feuersnoth in Aussicht nehmen.

Die Akademie macht deßwegen allen Italienern und Ausländern, welche sich mit diesem Zweige der angewandten Physik beschäftigen, öffentlich bekannt, daß sie den Preis einer goldenen Medaille im Werthe von hundert römischen Scudi für den Verfasser einer Schrift bestimmt, welche ihrem Urtheile gemäß folgender Aufgabe vollkommen Genüge leistet:

„Geschichte und beurtheilende Untersuchung aller bis jezt vorgeschlagener, physikalischer, chemischer und mechanischer Mittel zum Schuze und zur Rettung von Personen, Mobilien und Gebäuden bei Bränden.“

Diese Mittel müssen hinsichtlich der Vortheile und Nachtheile, welche sich bei ihrer praktischen Anwendung ergeben, unter einander verglichen werden, um auf diese Weise zum Nachdenken und zur Anstellung neuer Versuche über die lezten einfachsten und erfolgreichsten Vervollkommnungen derselben hinzuwirken und zur Entdekung noch geeigneterer Vorrichtungen beizutragen, durch welche ein so nüzlicher Theil der technischen Physik gefördert werden könne.

––––––––––

Die Abhandlungen müssen innerhalb des Monats November 1843 franco in Bologna eintreffen, unter der Adresse:

Al Segretario dell' Academia delle Science dell' Instituto di Bologna.

Genannter Termin muß strenge eingehalten werden, weil die Akademie Abhandlungen die ihr nach Verlauf des lezten Tages gedachten Monats zukommen, zur Preisbewerbung nicht mehr zulassen kann. Sie dürfen lateinisch, französisch und italienisch abgefaßt seyn. Jeder, der Luft hat, sich um diesen Preis zu bewerben, muß seine Abhandlung mit irgend einer Aufschrift versehen und eine versiegelte Couverte beilegen, die den Namen und den Wohnort des Verfassers enthält, und dieselbe Aufschrift trägt. Der Name des Verfassers darf auf keine Weise durch irgend einen Ausdruk in der Abhandlung selbst kenntlich werden, bei Vermeidung des Ausschusses von der Mitbewerbung. Nur die Couverte, welche die des Preises würdig erachtete Schrift begleitet, wird eröffnet, worauf unmittelbar der Name des Gekrönten veröffentlicht wird. Endlich wird die Abhandlung, welche den Preis gewinnt, unverzüglich in den Verhandlungen der Akademie erscheinen. Der Verfasser übernimmt deßhalb die Verpflichtung für den Fall, daß seine Abhandlung nicht lateinisch geschrieben ist, eine Uebersezung derselben in diese Sprache, als der für die Verhandlungen einzigen gestatteten, der Akademie zu verschaffen. Dagegen hat derselbe Ansprüche auf 30 Abdrüke mit besonderem Titel.

Bologna, am 15. Nov. 1842.

Prof. Silvestro Gherardi, Präsident.
Cav. Prof. Gio. B. Magistrini, Secretär.

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