Titel: Ueber Verfälschung des Lein- und Senfsamenmehls.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. LXI./Miszelle 8 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088061_8

Ueber Verfälschung des Lein- und Senfsamenmehls.

Schon im Bd. LXXXIII. S. 164 des polytechn. Journals wurde auf die häufig stattfindende Verfälschung des Leinsamenmehls mit mehlartigen Substanzen, welche sich jedoch nicht als Kleie erwiesen, so wie auf die leichte Entdekung dieser Verfälschung mittelst Jod aufmerksam gemacht. Das Echo du monde savant (1843, Nr. 19, S. 438) kommt darauf zurük und gibt die Mittel an, durch welche verschiedenartige beigemengte Substanzen erkannt werden können. Beim Leinmehl sind dieß vorzüglich Holzsägespäne, die zum Filtriren des Brennöhls dienten, feine Kleien, Mehl von den Kuchen schon ausgepreßten Leinmehls. Der Oehlgehalt des reinen Leinmehls von 35 Proc wird durch diese Verfälschungen bis auf 12 Proc. reducirt. Wie Kleien u.a. stärkmehlhaltige Körper entdekt werden, wurde a. a. O. erwähnt; ebenso die Ermittelung des Oehlgehalts durch Schwefeläther. Die Schleimtheile werden durch Behandlung mit Wasser bestimmt; die Beimengung mineralischer Bestandtheile durch Verbrennung.

Die Verfälschung des Senfsamenmehls ist nicht so leicht zu erkennen. Sie geschieht gewöhnlich mit Kohlsaat (Colza-) oder Rübsamen, auf welche Jod nicht einwirkt. Man kommt darauf nur durch deren minder scharfen Geschmak; denn der Senfsame enthält zweierlei Oehle, ein fixes, sanftes und leichtes, und ein anderes, scharfes, flüchtiges und schweres; lezteres enthalten obige Samen nicht.

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