Titel: Mittel gegen Mottenfraß in Rauchwaaren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. LXI./Miszelle 9 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088061_9

Mittel gegen Mottenfraß in Rauchwaaren.

Seit einer Reihe von Jahren bedient sich Hassek eines Verfahrens, Rauchwaaren und Pelzwerk gegen Mottenfraß zu schüzen, welches sich ganz probehaltig erwiesen hat. Dabei kann die gewöhnliche Ausarbeitungsart der Rauchwaare beibehalten werden; man gibt jedoch in die Ausarbeitungsflüssigkeit (mag sie aus schwefelsaurer Alaunerde, Weizenkleie oder ordinärer Kürschnerbeize bestehen) auf 100 Stük kleine Felle 1/4 Maaß rectificirtes Terpenthinöhl, 1/2 Maaß schwache Lauge von kohlensaurem Natron und 1 Maaß etwas concentrirten Wermuth. (Absinthium vulgare) Decoctes. Die Flüssigkeit wird innig gemengt, mit der zur Gerbung bereiteten Lauge zusammengemischt und damit auf die gewöhnliche Weise verfahren. Man muß bei dieser Methode darauf sehen, daß nach Verhältniß der zur Ausarbeitung vorhandenen Rauchfelle Terpenthinöhl verwendet werde, weil bei zu großer Quantität des lezteren sich das Haar etwas zu fett angreifen läßt, obschon das Fell hiedurch nie an Geschmeidigkeit verliert. Bei Tornister- und Lammfellen kann man auf 100 Stük 2 Seidel Terpenthinöhl, 4 Seidel Natronlauge und doppelt so viel Wermuthabsud gebrauchen, weil diese Felle größer und stärker sind. Für die Vorzüglichkeit dieser Methode spricht nicht nur ein von der königl. kaiserl. Montur-Hauptcommission ertheiltes Zeugniß, sondern auch der Umstand, daß Hassek Lammfelle vorweisen kann, welche 1828 ausgearbeitet wurden, seit dieser Zeit auf dem Bodenraume im Staube liegen, ohne im geringsten durch Mottenfraß beschädigt zu seyn, und ihre ursprüngliche Geschmeidigkeit beibehalten haben. (Mittheilungen des Gewerbvereins in Braunschweig, 1843, Nr. 12.)

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