Titel: Rauch's Wärmeapparat zum Grundiren der Platten für Kupferstecher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. LXXIX./Miszelle 3 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088079_3

Rauch's Wärmeapparat zum Grundiren der Platten für Kupferstecher.

Je mehr ein zur Vervielfältigung bestimmter Gegenstand eine anfängliche Behandlung des Radirens und das Aezen nöthig macht, desto wichtiger ist für das deßfallsige Gelingen die gleiche Güte und Haltbarkeit des Aezgrundes auf der ganzen Oberfläche der Platte. Wie verschieden auch die Recepte des gebräuchlichen Aezgrundes immerhin seyn mögen, so bestehen dieselben alle aus einer Zusammensezung, mehr oder minder gegen die Einwirkung der Luft und der Salpetersäure erprobter weicher und harter Harze und Wachs, welches leztere mit den sich verflüchtigenden Oehlen der ersteren die Geschmeidigkeit und das Binde Mittel des Aezgrundes bildet.

Je länger daher der Aezgrund während der zum Radiren nöthigen Zeit und bei dem darauf erfolgenden Aezen seine ursprüngliche Haltbarkeit bewahren soll, um so nachtheiliger ist es, demselben beim Auftragen schon einen großen Theil feiner Bindemittel, durch Ueberschreitung des zum Flüssigwerden des Aezgrundes nöthigen Wärmegrades zu entziehen. Es ist dieß bei der größten Vorsicht bei dem gewöhnlichen, wenn auch mit Asche oder sonst bedektem Kohlenfeuer unvermeidlich, und je größer der Umfang der Platten, desto unausbleiblicher die Gefahr ungleicher Erwärmung und Verdampfung der Bindemittel des Aezgrundes, und es entstehen hieraus bei weitem die meisten der vielfachen Mißgeschike, über welche die im Radiren und Aezen minder erfahrenen Kupferstecher klagen.

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Nicht minder wichtig ist ein gleicher Wärmegrad bei dem Grundiren der Platten zum sogenannten Nachäzen, wobei es namentlich darauf ankommt, daß die Platte nie den zum einfachen Flüssigwerden des Aezgrundes nothwendigen Wärmegrad überschreitet, weil bei vermehrter Zunahme desselben die leichtflüssigeren Theile des Aezgrundes in die zum Nachäzen bestimmten Vertiefungen hineinlaufen und der Säure widerstehen.

Allen diesen Nachtheilen begegnet aufs vollkommenste ein Gefäß mit horizontaler, fest verschlossener Oberfläche, welches man mit kochendem Wasser füllt, und dessen ausströmende Wärme gerade hinreicht, den Aezgrund auf einer darauf gelegten Platte dikflüssig zu machen.

Der Wärmeapparat ist nach Angabe des englischen Kupferstechers le Kreux gemacht und besteht aus einem kupfernen, länglich vierekigen, unten schwach gewölbten, auf den Seitenflächen und oben mit geraden Platten verschlossenen Gefäße. An der kürzeren Seite führt ein Rohr, das mit einem Hahne verschlossen werden kann, in das Innere des Gefäßes; außerhalb endigt sich dasselbe in einen Trichter. Wenn das Wasser zu kühl wird, bedient man sich einer unter den Boden zu sezenden Spirituslampe. (Verhandl. des hessischen Gewerbv.)

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