Titel: Preisausschreibung des niederösterreichischen Gewerbvereins für eine Abhandlung über die vortheilhaftesten Dimensionen und Anordnungen der Rauchfänge und übrigen wesentlichen Theile bei größeren Feuerungen. (Für das Jahr 1845.)
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. C./Miszelle 2 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088100_2

Preisausschreibung des niederösterreichischen Gewerbvereins für eine Abhandlung über die vortheilhaftesten Dimensionen und Anordnungen der Rauchfänge und übrigen wesentlichen Theile bei größeren Feuerungen. (Für das Jahr 1845.)

Ungeachtet vielseitiger Untersuchungen ist es bisher eine große Luke unserer pyrotechnischen Kenntnisse geblieben, daß die Dimensionen mehrerer der wesentlichsten Theile der größeren Feuerungen, namentlich die der Rauchfänge, nur nach sehr schwankenden Annahmen bestimmt werden konnten. – Man weiß aus Erfahrung wie sehr die Anlage des Schornsteines auf den Erfolg einer industriellen Unternehmung einwirkt und wie nachtheilig manche Anordnungen theils auf die Kosten der Construction, theils auf den Verbrauch von Brennmaterial einwirken.

Die verschiedenartigsten Dimensionen derselben sind bei Kesselfeuerungen von Dampfmaschinen von ganz gleichen Kräften in Anwendung gebracht, und während man sonst ein besseres Resultat des Verbrennens in hohen und weiten Rauchfängen suchte, finden sich im Gegensaze Beispiele, daß niedrige und enge Rauchsänge größere ökonomische Vortheile für den Verbrennungsproceß gewähren.

Ob daher bei einer größeren Feueranlage mehrere enge oder ein einzelner größerer Rauchfang vortheilhafter sey, bis zu welcher Gränze die Vermehrung des Zuges oder die Geschwindigkeit der Luft in den Rauchfängen und Feuerzügen nothwendig sey, welchen Einfluß die Verdünnung der Luft in den Feuerzügen durch die Wirkung der Rauchfange habe, sind Fragen, für welche aus den bisherigen Erfahrungen noch kein fester Anhaltspunkt gefunden werden konnte.

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Um diese einzelnen Erscheinungen, die auf unwandelbaren Naturgesezen beruhen müssen, zu vereinigen, ihre Gründe zu erforschen und eine Theorie zu liefern, welche die für sich allein dastehenden Beobachtungen aus haltbaren physischen und mechanischen Ursachen zu erklären im Stande sey, und Mittel in die Hand gäbe, bei ferneren Anlagen von Feuerungen a priori die richtigen Dimensionen der Rauchfänge und der übrigen constituirenden Theile der größeren Feuerungen zu erschließen, hat der niederösterreichische Gewerbverein in seiner Generalversammlung am 8. Mai 1843 beschlossen, ähnlich dem Beispiele der Société industrielle von Mülhausen, einen Preis auszuschreiben für die beste, den obigen Bedingungen genügende Abhandlung, der in der kleinen goldenen Vereinsmedaille zu bestehen hat, und welcher in der Generalversammlung vom Mai 1845 zuerkannt werden wird.

Die Abhandlungen müssen durch Vermittelung in Wien ansässiger Personen bis zum 1. Febr. 1845 an das Sekretariat des Vereins gelangt seyn, das den Empfang bescheinigen wird.

Abhandlungen, welche bereits dem Druk übergeben sind, werden, wenn sie nicht älter sind als vom Jahre 1843, nicht minder zur Bewerbung zugelassen, als unveröffentlichte Werke.

Leztere sind mit einem den Namen des Verfassers enthaltenden versiegelten Zettel, und dieser und die Schrift mit einem gleichlautenden Motto zu versehen.

Nur der Zettel der gekrönten Preisschrift und der ihr an Verdienst nächste stehenden wird erbrochen, und zwar in der Generalversammlung, in welcher der Preis zuerkannt wird.

Den Preisbewerbern verbleibt das Eigenthums- und Verlagsrecht. Nur in dem Falle, daß der Verfasser vor Ablauf des Jahres 1845 nicht von seinem Verlagsrechte Gebrauch gemacht hatte, soll der Verein zur Veröffentlichung der Schrift ermächtigt seyn.

Nicht gekrönte Manuskripte werden unmittelbar nach der Preisvertheilung den zum Empfang derselben autorisirten Personen gegen Aushändigung der Empfangsbestätigung durch das Sekretariat ausgefolgt.

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