Titel: Großbritanniens Steinkohlen- und Eisen-Verkehr.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. C./Miszelle 7 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088100_7

Großbritanniens Steinkohlen- und Eisen-Verkehr.

Unstreitig, sagt das Mining Journal, hängt Britanniens Wohlstand von der Wohlfeilheit und hinreichendem Vorrathe an Steinkohlen und Eisen ab. Die Ausbeute an Steinkohle ist zur Zeit (Januar 1843) nicht vollkommen befriedigend; die Gewinnung, welche, das Kohlenklein mit inbegriffen, jährlich 75,000,000 metrische Centner beträgt, nimmt aber sicherlich eher zu als ad; was die Ausfuhr betrifft, ist jedoch Gleiches nicht zu hoffen. Im Jahr 1840 wurde am meisten versandt und zwar 3,949,540 metr. Centner nach Frankreich, 2,057,570 nach Holland, 1,267,790 nach Dänemark, 1,213,910 nach Deutschland, 933,700 nach Rußland; im Ganzen 9,422,510 metr. Centner. Belgien, das einzige Land in Europa, welches in dieser Beziehung als Englands Concurrent betrachtet werden kann, führte im J. 1838 7,600,210 metrische Centner aus, mehr als 3/4 des Betrags der englischen Ausfuhr, und wahrscheinlich hat sich diese Ausfuhr allmählich noch auf 500,000 m. C. jährlich mehr erhöht. Auch Amerika macht rasche Fortschritte und wird bald mehr als seinen Bedarf ausbeuten. Die Steinkohlengruben in den Vereinigten Staaten nehmen einen größern Flächenraum ein als ganz Großbritannien und liefern jezt schon jährlich die bedeutende Quantität von 30,000,000 metr. Centner. Viele Dampfboote fahren jezt durch die Seen und brennen beinahe nur amerikanische Steinkohlen; in ein paar Jahren führt Amerika unfehlbar schon Steinkohlen aus.

Eisen. Es läßt sich nicht läugnen, daß England das Eisen wohlfeiler bereiten kann, als jedes andere Land und diesem Vortheile verdanken auch seine übrigen Manufakturen ihre Ueberlegenheit. Dieser Industriezweig, welcher gar keiner fremden Beihülfe bedarf, beschäftigt einen großen Theil der Bevölkerung und ist daher für das Land von höchster Wichtigkeit. Im J. 1740 betrug die Eisenproduction nur 173,500 metr. Centner und man kann die ungeheure Entwikelung derselben beurtheilen, wenn man bedenkt, daß im Jahre 1839 13,477,900 metrische Cntr. bereitet wurden. Doch kann nicht geläugnet werden, daß, obgleich in Schottland die Production zugenommen hat, die Gesammtproduction von ganz Großbritannien den Betrag von 1839 jezt nicht erreichen wird. – Folgende Zusammenstellung der Eisenpreise in Liverpool in den Jahren 1836 und 1842 zeigt die Abnahme seines Werthes:

Gußeisen Nr. 1 fiel von 188,40 Fr. auf 69,06 Fr. 00/00 Kilogr.
Gewöhnliches Stangeneisen 288,90 131,90
Sehr zartes Eisen 339,10 188,40
Eisenblech 389,30 213,50
Eisengußwaaren 316,50 157

Im gegenwärtigen Augenblike gibt es beinahe keine Eisensorte, welche man nicht unter dem Gestehungspreise kaufen könnte. (Echo du monde savant, 1843, No. 33)

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