Titel: Verfahren die schweflige Säure in der Salzsäure und andern Producten des Handels zu entdeken; von Fordos und Gélis.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. CXVI./Miszelle 2 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088116_2

Verfahren die schweflige Säure in der Salzsäure und andern Producten des Handels zu entdeken; von Fordos und Gélis.

Girardin gab bekanntlich im Jahr 1836 ein leicht anzuwendendes Mittel an, die Anwesenheit von schwefliger Säure in der käuflichen Salzsäure darzuthun. Man gießt in ein Glas 16 Gramme von der zu untersuchenden Säure, sezt hierauf 8 bis 12 Gr. durch die Luft nicht verändertes, ganz weißes Zinnsalz (salzsaures Zinnoxydul) zu, rührt mit einem Glasstabe um und gießt dann, während man rührt, auf das Ganze zwei- oder dreimal so viel destillirtes Wasser. Enthält die Salzsäure nicht zu wenig schweflige Säure, so wird sie nach dem Zusaz von Zinnsalz trübe, gelb, und sobald das destillirte Wasser hinzugesezt worden ist, riecht man ganz deutlich den Schwefelwasserstoff und die Flüssigkeit nimmt eine braune Farbe an, indem sich ein gleich gefärbter Absaz bildet.

Ein von uns entdektes viel empfindlicheres Verfahren beruht darauf, daß bei |464| der Entwikelung von Wasserstoffgas durch die Metalle die Reduction der schwefligen Säure unvermeidlich ist; so gering auch die Menge der schwefligen Säure seyn mag, es bildet sich Schwefelwasserstoffgas, welches durch seine Wirkung auf die Bleisalze in der geringsten Menge nachweisbar ist. Das Verfahren hat keine Schwierigkeiten: man bringt in ein Fläschchen einige Stükchen reinen Zink und sezt hierauf die zu prüfende Substanz hinzu. Wenn diese eine Säure ist, welche mit Zink Wasserstoffgas liefert, so reicht es hin, das sich entwikelnde Gas in eine Auflösung von basisch-essigsaurem Blei (Extractum Saturni) zu leiten. Ist die auf einen Gehalt von schwefliger Säure zu prüfende Substanz aber nicht sauer, so mischt man sie sogleich mit Schwefelsäure, welche zuvor mit ihrem 4–5fachen Volumen Wasser verdünnt wurde; gießt hierauf das Gemisch in den Kolben und fängt das Gas gleichfalls in einer Lösung von essigsaurem Blei auf. Der einfachste Apparat reicht hiezu hin, ein kleiner Kolben und eine gebogene Glasröhre. Wenn die Substanz schweflige Säure enthält, so bildet sich Schwefelwasserstoffgas und hierauf Schwefelblei, welches die Flüssigkeit färbt, (Journal de Pharmacie, Febr. 1843.)

Ein Verfahren die käufliche Salzsäure auf einen Gehalt von arseniger Säure, womit sie häufig verunreinigt ist, zu prüfen und sie wohlfeil im Großen rein darzustellen, wurde in diesem Bande des polytechn. Journals S. 317 mitgetheilt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: