Titel: Oehlsäure, zum Schmalzen der Wolle benuzt, verhindert die Selbsentzündung der fetten Abgänge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. CXVI./Miszelle 7 (S. 467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088116_7

Oehlsäure, zum Schmalzen der Wolle benuzt, verhindert die Selbsentzündung der fetten Abgänge.

Der Stadtrath von Paris erhielt folgendes Schreiben der HHrn. Alcan und Peligot über die Anwendung der Oehlsäure zum Schmalzen der Wolle.77)

„Die beständigen Gefahren, welchen man durch die Kammabgänge und die fetten Abfälle in den Tuchfabriken ausgesezt ist, die Unmöglichkeit, diese Abgänge immer sogleich zu entfetten, die häufigen Unglüksfälle, welche sie schon herbeigeführt haben, veranlassen uns, Ihre ganze Aufmerksamkeit auf unser Einfettungsverfahren zu lenken, durch welches diese Uebelstände der gewöhnlichen Verfahrungsarten beseitigt werden.

Unsere Methode besteht in der Anwendung der Oehlsäure (uneigentlich Olein genannt), welche bekanntlich nicht in Gährung übergehen, daher auch keine Selbste entzündungen veranlassen kann, die so häufig eintreten, wenn man Olivenöhl oder Samenöhle zum Schmalzen benuzt.

Die mit Oehlsäure imprägnirten Abfalle braucht man nur in ein alkalisches Wasser zu werfen und ein paar Minuten darin zu lassen, damit jede Spur des einfettenden Körpers ausgezogen und alles, was sie noch nuzbares enthalten, wieder brauchbar wird. Uebrigens braucht man sich damit gar nicht zu beeilen; denn die zahlreichen Versuche im Großen, welche wir mit solchen Abfallen in Ballen, in feuchtem Zustande etc. anstellten und die in mehreren Fabriken, namentlich bei den HHrn. Victor Grandin, Poussin, Th. Chennevière, Gebrüder Aubé wiederholt wurden, beweisen, daß die Wolle, selbst nachdem sie lange Zeit mit Oehlsäure getränkt ist, keiner Selbstentzündung fähig ist.“ (Moniteur industriel, 1843, No. 710.)

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Ueber die Anwendung der Oehlsäure zum Schmalzen der Wolle vergl. man die Abhandlungen im polytechn. Journal Bd. LXXVIII S. 69, Bd. LXXXI S. 484 und Bd. LXXXIV S. 435.

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